Mehr Ertrag bei gleicher Sicherheit

Wie ausgewogene Anleger den tiefen Zinsen trotzen können

Wie ausgewogene Anleger mit Köpfchen der Zinsfalle entkommen können

Ausgewogene Anleger haben besonders unter den Folgen der niedrigen Zinsen auf Sparguthaben und Anleihen zu leiden. Ihr ganzes Vermögenskonzept basiert darauf, dass die Balance von Sicherheit und Rendite mit Hilfe von festverzinslichen Wertpapieren eingestellt wird. Jetzt bringen Anleihen und Obligationen nicht nur keinen Zins mehr – sie sind zum eigentlichen Risikofaktor geworden. Entsprechend verunsichert sind viele Privatanleger und getrauen sich seit längerem nicht mehr, Ihr Geld in Wertpapiere anzulegen. Doch Anlagealternativen sind rar. Zumindest wenn man gängige Muster verfolgt. Wir wollen Ihnen zeigen, dass es durchaus noch attraktive Möglichkeiten gibt, sein Vermögen sicher und rentabel anzulegen.

“Ausgewogene Anleger geben sich mit Zinsen nicht zufrieden. Sie wollen Sicherheit und Rendite kombinieren. Kleinere Kursschwankungen nehmen sie in Kauf – wenn der Schnitt am Ende stimmt.”

konservative Anleger Vermögen

Raus aus dem Anlagedilemma!

Ausgewogene Anleger stecken in einem großen Dilemma. Ihr Engagement in Aktien wurde in den letzten Jahren mehrheitlich belohnt, doch inzwischen befinden sich manche Anlagen in einer schwindelerregenden Höhe, was den im Grund doch eher vorsichtigen Anlegern oft schwer auf dem Magen liegt. Gleichzeitig verliert aber der wichtigste Baustein ihres Anlagekonzeptes – die festverzinslichen Wertpapiere – immer mehr an Solidität, Rendite und die Fähigkeit einen möglichen Kurssturz an den Aktienbörsen auszugleichen. Viele ausgewogene Anleger verschieben deshalb ihr Geld in Festgeldanlagen und warten auf bessere Zeiten.

Wer den Einstieg oder den Wiedereinstieg verpasst hat und nun auf seine Chance wartet, dürfte lange Zeit hartes Brot essen. Die Wahrscheinlichkeit, dass in Kürze die lockere Geldpolitik der EZB gestoppt, die Konjunktur in Europa massiv anzieht und bessere Zinsen am Markt bezahlt werden, ist sehr gering.

Wir zeigen Ihnen nachfolgend, wie Sie Ihr Geld auch in Zukunft sicher und rentabel anlegen können. Und das Schönste dabei: Sie müssen nicht einmal lange darauf warten, sondern können sofort mit Ihrer neuen Anlagestrategie beginnen. Es lohnt sich!

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Die Ausgangslage für ausgewogene Anleger

Ausgewogene Anleger suchen in der Theorie ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Ertrag. Temporäre Wertschwankungen werden in Kauf genommen, wenn dafür die resultierende Rendite höher als der Zinsertrag auf Anleihen ist.

In früheren Zeiten konnte man durch die Kombination von langweiligen Anleihen, die ein Portfolio stabil hielten und der Beimischung von Aktien, welche für das Wachstum sorgten, dieses Ziel erreichen. Zusätzlich hatten diese beiden Anlageklassen die Gewohnheit, in schwierigen Börsenphasen gegenläufige Wertentwicklungen einzunehmen. Dadurch konnte der Wertverlauf des Gesamtportfolios insgesamt geglättet und die Erträge gleichmäßiger gestaltet werden. Tempi passati.

Spätestens seit der Finanzkrise des Jahres 2008, wahrscheinlich aber schon früher, gelten diese Regeln nicht mehr. Weder verhalten sich Anleihen gegenüber Aktien automatisch gegenläufig, noch stellen Anlagen in Festverzinsliche ein verlässlich stabilisierendes Element in einem Portfolio dar. Und Zinsen zahlen sie auch nicht mehr

Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten schmerzt ausgewogene Anleger besonders stark. Denn im Grunde genommen ist ihnen Sicherheit wichtiger als der Zusatzertrag. Diese Sicherheit ist seit mehr als zehn Jahren nicht mehr durch einfache Standardlösungen zu erreichen.

Wer heute erfolgreich Kapital anlegen will und dabei Sicherheit bzw. eine möglichst stabile Wertentwicklung des Anlagevermögens in den Vordergrund stellt, kann sich nicht mehr zurücklehnen. Die Anlagen müssen praktisch ständig überwacht werden, um rasch und effektiv auf die immer häufiger auftretenden Marktturbulenzen reagieren zu können. Dies sollte sich bei ausgewogenen Anlegern auch in der Wahl der Kapitalanlagen manifestieren. Zumindest im Altbestand dürfte dies eher die Ausnahme als die Regel sein.

Immerhin: es gibt durchaus Anlagealternativen, welche auch ausgewogene Anleger glücklich machen können. Besonders jene, welche auf Sicherheit setzen.

Entscheidungsgrundlagen schaffen

Es ist erstaunlich aber wahr: Die meisten Anleger haben keinen Plan, was ihr Vermögen anbetrifft. Für ausgewogene Anleger im klassischen Sinne stellt dies im Normalfall kein spürbares Problem bei der Vermögensverwaltung dar. Wohl aber bei der Finanzplanung, weil das nicht verdiente Geld irgendwann zu Lücken führen könnte. Aber das ist ein anderes Thema.

Problematisch ist der fehlende Plan in Vermögensfragen besonders dann, wenn ausgewogene Anleger ohne klare Zielsetzung und Vorstellung auf einen Anlageberater / eine Anlageberaterin treffen. Das geht in aller Regel schief, weil man als Laie ohne Plan in solchen Gesprächen dem Berater mehr oder weniger ausgeliefert ist.  Wenn dann die resultierende Anlagestrategie nicht den tatsächlichen Wünschen und Möglichkeiten entspricht, kann man dies den Anlageberatern nur zum Teil anlasten: Es ist die Pflicht des ausgewogenen Anlegers, die Grundzüge seiner Vorstellung zu skizzieren!

 

Tipp: Bereiten Sie sich auf ein Gespräch mit einem „Experten“ immer so vor, dass Ihre Wünsche und Anliegen klar ersichtlich sind. Sie müssen als Laie keine Lösungen erarbeiten und es ist auch nicht Ihre Aufgabe die Möglichkeiten des Marktes zu kennen. Was Sie aber präsentieren müssen ist ein klarer Auftrag. Am besten in einer kurzen, schriftlichen Form.

Was aber fahrlässig ist, sich keine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, weil es Sie in der Kommunikation mit Profis einfach sehr einschränkt.

Vermögensübersicht

Führen Sie eine Vermögensübersicht. Listen Sie alles auf, was Sie an verwertbaren Vermögen besitzen. Schmuck und Gebrauchsgegenstände (Auto) zählen nicht dazu. Nehmen Sie sich die Zeit, diese Vermögensliste einmal im Jahr zu aktualisieren. Das ist wichtig, weil Sie zum einen sehen, in welche Richtung der Vermögensstand geht und zum andern, um jederzeit eine Idee zu haben, welchen finanziellen Spielraum Sie haben.

Haushaltsplan / Budget

Haben Sie eine Vorstellung, wieviel Geld Sie ausgeben und für was? Vermutlich nicht, denn die wenigsten Menschen verfügen über einen Haushaltsplan. Was aber nicht bedeutet, dass ein Budget nicht sinnvoll ist.

Mit einem Budget können Sie besser planen. Es verhindert, dass Sie in einen finanziellen Engpass kommen, weil Sie sich verschätzt haben. Finanzielle Engpässe sind besonders bei dynamischen Kapitalanlagen ein Risiko. Wenn Sie aus Not zur Unzeit verkaufen müssen, kann das negative Folgen haben, die vermeidbar sind, wenn genügend Reserven vorhanden sind.

Natürlich ist dieses Problem bei einem ausgewogenen Anleger weniger dramatisch, als bei einem offensiven Anleger. Denn wenn die Anlagestrategie sorgsam entwickelt und ausgeführt wurde, gibt es im Normalfall immer Kapitalanlagen, welche im Bedarfsfall als Puffer dienen können. Weniger gut durchdachte Anlagemodelle – wie sie besonders bei ausgewogenen Anlegern leider in der Mehrzahl anzutreffen sind – verfügen über keine solche flexiblen Notfallreserven.

Liquiditätszufluss

Wenn Sie mit Ihrem Einkommen sorgsam wirtschaften, haben Sie vermutlich einen Überschuss in Ihrem Haushaltsbudget. Naturgemäß fällt dieser jedoch unregelmäßig an. Genauso wie die Ausgaben Ausschläge nach oben und unten aufweisen dürften. Betrachten Sie also den mutmaßlichen Überschuss im Dreimonatszeitraum. Diesen Betrag brauchen wir dann beim nächsten Punkt.

Liquiditätsreserve

Auf der Basis Ihres Haushaltsplanes können Sie die notwendige Liquiditätsreserve berechnen. Wie hoch diese sein muss, entscheiden Sie selber. In der Regel sind 3 bis 6 Monatskosten (zzgl. Allfällig geplante Investitionen) gemäß Budget ausreichend.

Haben Sie einen kalkulierten Monatsüberschuss, braucht Ihre Liquiditätsreserve natürlich nicht ganz so üppig auszufallen.

Eine Liquiditätsreserve steht für Kapitalanlagen nicht zur Verfügung. Rendite ist hier also völlig unwichtig. Dieses Geld legen Sie darum so an, wie es Ihnen am bequemsten scheint.

Was sind Ihre Ziele?

Welchen Weg Sie bei der Bewirtschaftung Ihres Kapitals gehen können, bestimmt nicht nur der Kapitalmarkt, sondern auch Ihre Ziele. Aus diesen Leiten sich Ihr Zeithorizont und die damit verbundenen Möglichkeiten am Kapitalmarkt ab.

Gerade bei ausgewogenen Anlegern ist es besonders wichtig, dass man Ziele formuliert. Denn Ziele stehen immer in Verbindung mit einem mehr oder weniger klaren Zeithorizont. Diese Perspektive benötigt man immer, wenn Anlageentscheide zu fällen sind, welche über das eigene Girokonto hinausreichen (auch ein Sparkonto hat bekanntlich Kündigungsfristen!). Im Grundsatz gilt die Regel: je höher die angestrebte Rendite, desto wichtiger ist es zu wissen, wie lange man das Geld zur Verfügung hat.

Große Anlageziele in Etappen gliedern

Erschwerend kommt hinzu, dass man selten nur ein einziges Ziel im Leben hat. Meistens sind es verschiedene Dinge, die oft parallel neben einander herlaufen. Bei besonders großen Zielen – etwa der Finanzierung des Ruhestandes – kann es sein, dass nicht ein bestimmtes Fälligkeitsdatum bestimmt werden kann. Hier müssen wir in Perioden denken und das Ziel in Etappen, also 3-5 Zeitabschnitte aufteilen.

Erstellen Sie basierend auf Ihren Überlegungen eine Liste mit dem Ziel, dem mutmaßlichen Bedarf und dem wahrscheinlichen Zeitpunkt der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran: Sie gehen zwar mit 65 in Rente, aber Sie brauchen dann nicht gleich Ihr ganzes Altersvermögen auf einen Schlag …).

Kleiner Finanzplan

Wenn Sie die Liste erstellt haben, teilen Sie Ihr heute vorhandenes Vermögen auf die einzelnen Ziele auf. Sollte das vorhandene Kapital noch nicht ausreichen, um alle Bedürfnisse abzudecken, müssen Sie natürlich gewisse Prioritäten setzen. Vermutlich macht es Sinn das Notwendige vor dem Wünschenswerten zu finanzieren.

Unabhängig, ob Sie diesen kleinen Finanzplan nur für den Aufbau einer ausgewogenen Vermögensstrategie einsetzen oder nicht: Er wird Ihnen einen wertvollen Überblick über Ihre aktuelle und zukünftige finanzielle Situation geben und Sie vor unbedachten Ausgaben warnen. Denn ausgewogene Anleger sollten nicht nur bei Ihren Kapitalanlagen versuchen Risiko und Ertrag im Gleichgewicht zu halten, sondern auch bei Ihrer Lebensplanung. Ansonsten wäre eine ausgewogene Anlagestrategie sinnlos.

Damit sie sich vorstellen können, wie das Ganze aussehen könnte, haben wir Ihnen hier ein kleines Beispiel vorbereitet.

Wenn Sie diese Liste also erstellt und Ihr Vermögen entsprechend aufgeteilt haben, sehen Sie, dass wir verschiedene Fristigkeiten haben. Diese Fristigkeiten entscheiden über die möglichen Kapitalanlagen.

Tipp: Für ausgewogene Anleger sind reservierte Vermögenswerte (inkl. Liquiditätsreserve) unter 3 Jahren von der Vermögensanlage ausgeschlossen. Kosten, Risiko und Ertragschancen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Auch jenes Kapital, dass wir zwischen 3 und 7 Jahren für Anlagen zur Verfügung haben, wird angesichts der aktuellen Marktlage kaum überdurchschnittliche Renditen erbringen. Das ist aber nicht schlimm, wenn man das restliche Kapital konsequent und zielgerichtet

Kleine Finanzplanung für konservative Anleger
Ziel nicht erreichbar?

Nicht immer reicht das vorhandene Vermögen aus, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Auch darüber schafft ein (kleiner) Finanzplan Klarheit. Und das ist gut so.

Können die avisierten Ziele nicht erreicht werden, gibt es genau drei Möglichkeiten dies zu ändern:

•  Man passt die Ziele den Möglichkeiten an

•  Man sorgt dafür, dass mehr Vermögen aufgebaut wird (mehr sparen, Hinzuverdienst)

•  Man passt sein Anlageverhalten an und sorgt dafür, dass das Vermögen einen höheren Ertrag abwirft. Letzteres muss in vielen Fällen nicht einmal mit einem objektiv höheren Risiko erkauft werden

Sind sie überhaupt ein ausgewogener Anleger?

Bevor Sie sich anderen Anlageformen zuwenden, sollten Sie sich aber noch einmal gründlich Gedanken darüber machen, wie Sie sich als Anleger definieren. Sind Sie tatsächlich ein ausgewogener Anleger oder neigen Sie lediglich dazu, Risiken aus dem Weg zu gehen, bzw. möglichst klein zu halten?

Wie definieren Sie überhaupt Risiko? Was verstehen Sie überhaupt unter „kein Geld verlieren“?

Die Einstufung ihrer Risikoneigung ist ein wichtiges Kriterium, welches darüber entscheidet, welche Kapitalanlagen zur Verfügung stehen und welche überhaupt kein Thema sind. Wer sich als vorsichtiger, risikoaverser, konservativer Anleger definiert, schränkt seine Möglichkeiten unter Umständen unnötig ein. Wer sich als offeniver Anleger sieht, kann unter umständen falsche Signale aussehenden und damit die Sicherheit ganz aus dem Auge verlieren. Ausgewogene Anleger wiederum haben zwar alle Möglichkeiten offen, doch stehen sie in der Tendenz auf der Ertragsbremse, was ihre Vermögensverwaltung betrifft.

Risikofähigkeit

Wieviel Risiko sind ausgewogene Anleger bereit zu nehmen? Und überhaupt: wie soll dieses Risiko definiert werden?

Die Definition der Risikofähigkeit hat verschiedene Facetten:

Verluste finanziell verkraften können

Die Fähigkeit Verluste zu verkraften. Oder: Wieviel Geld kann jemand verlieren, ohne dabei einen ernstzunehmenden Schaden (Ziele können nicht mehr erreicht werden) zu erleiden. Je mehr Überschuss Sie in Ihrem kleinen Finanzplan ausweisen, desto kleiner ist – rein materiell betrachtet – dieses Risiko, bzw. desto größer ist Ihre Risikofähigkeit.

Mit Wertschwankungen umgehen können

Daneben ist gibt eine psychische Fähigkeit mit Wertschwankungen umzugehen. Es geht dabei also darum, wie jemand auf Wertschwankungen (nicht zu verwechseln mit Verlusten) während der Anlagephase reagiert. Stellen solche Wertschwankungen eine physische oder psychische Belastung dar, schränkt das die Auswahl der möglichen Anlageinstrumente stark ein. Interessiert sich jemand aber überhaupt nicht für die aktuelle Wertentwicklung, so ist diese Person mental quasi uneingeschränkt Risikofähig. Hier wird das Anlageuniversum nur durch die Bereitschaft eingeschränkt, tatsächlich Verluste zu erleiden. Bei ausgewogenen Anlegern ist diese Bereitschaft per Definition nur sehr eingeschränkt vorhanden.

Worüber sich ausgewogene Anleger jedoch Gedanken machen sollten: Gilt die Einschränkung Verluste einzugehen für die einzelne Anlage oder ist sie auf das Gesamtvermögen bezogen?

Beispiel: Ein ausgewogener Anleger investiert 100.000 € in drei Kapitalanlagen. In Anlage A legt er 10.000 € an, in Anlage B 30.000 € und in Anlage C 60.000 €. Nach einem Jahr muss Anlage A wegen einer Insolvenz ganz abgeschrieben werden. Anlage B notiert bei 35.000 € und Anlage C bei 70.000 €. Insgesamt hat sich das Vermögen also trotz des Totalverlustes aus Anlage A um 5.000 € vermehrt.

Stimmt Ihre Risikoeinstufung tatsächlich?

Ausgewogene Anleger haben das Ziel durch die geschickte Kombination von Risiko, Stabilität und Ertrag einen ausgeglichenen Verlauf der Vermögensentwicklung zu erreichen. Wenn Sie mit Einzelverlusten nicht umgehen können, fallen sie nicht in die Kategorie „ausgewogene Anleger“, sondern müssen ihr Kapital wie konservative Anleger anlegen. Damit sinkt natürlich auch Ihre Chance auf einen auskömmlichen Ertrag!

Tipp: Gerade als ausgewogener Anleger / ausgewogene Anlegerin sind oft hin und hergerissen, wenn es um Kapitalanlagen geht. Sie müssen sich damit abfinden, dass es manchmal Gewinn zu bejubeln und manchmal Verluste zu beweinen gibt. Um das ungute Gefühl im Zaume zu halten, empfehlen wir klare obere Verlustgrenzen zu definieren und diese – wenn Sie mit einem Berater / einer Beraterin zusammenarbeiten – schriftlich festzuhalten. In diesem Falle sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um diese Verlustbegrenzung auch tatsächlich umzusetzen.

Brauchen ausgewogene Anleger überhaupt Beratung?

Wenn Sie die Grundlagen erarbeitet haben, können Sie sich überlegen, wie die Bewirtschaftung Ihres Vermögens erfolgen soll. Machen Sie die Vermögensverwaltung selber oder macht es Sinn Hilfe beizuziehen. Worauf sollten Sie achten, wenn Sie einen Berater oder eine Beraterin beiziehen?

Erben und Schenken

Ist Ihnen Erben und Schenken wichtig? Etwa, weil Sie in einer staatlich nicht sanktionierten Lebenspartnerschaft leben? Dann sollten Sie die Gelegenheit nutzen die Vermögensplanung gleich mit diesem Ziel zu verknüpfen. Hier bieten sich Möglichkeiten, welche sie in den anderen Bereichen nicht wesentlich einschränken – vorausgesetzt, man setzt das Thema konsequent um. Dazu ist es aber notwendig, die Berater darüber zu informieren!

Reicht das Knowhow?

Der wichtigste Faktor bei der Vermögensverwaltung ist das Wissen, was zu tun ist. Sind Sie dazu selber in der Lage? Verfügen Sie über das notwendige Wissen, den Kapitalmarkt und seine Möglichkeiten zu nutzen, einzuschätzen und zu überwachen?

Hand aufs Herz: Es ist möglich, dass Sie dazu in der Lage sind. Die meisten Anleger sind jedoch mit dieser Aufgabe überfordert. Zahlreiche Studien zeigen, dass die große Mehrheit der Deutschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung und ihres sozialen Status selbst im Bereich des Basiswissens große Lücken aufweist. Das ist keine Schande. Aber es ist dumm, wenn man sich diesbezüglich etwas vormacht.

Es ist kein Zufall, dass die Opfer der meisten Anlagebetrüger eine akademische Ausbildung genossen haben: Eitle und selbstgefällige Menschen sind schon seit jeher die dankbarsten Opfer für Betrüger.

Wer in die Kategorie „ausgewogene Anleger“ fällt, sollte es sich eine angemessene Beratung leisten können. Es kann kein Zufall sein, dass sich vorallem reiche Menschen mit Beratern umgeben…

Die Gründe einen Berater beizuziehen

Es gibt im Kern sechs Gründe, weshalb ausgewogene Anleger auf die Hilfe von einer Beraterin oder einem Berater zurückgreifen sollten:

•  Ihnen fehlt der Gesamtüberblick

•  Es fehlen eigene Fach- und Sachkenntnisse

•  Es fehlt die notwendige Erfahrung, um den Markt und die Risiken einschätzen zu können

•  Es mangelt am notwendigen Überblick über die Möglichkeiten des Marktes

•  Emotionalität ist ein Risikofaktor

•  Fehlende Zeit

Der Beweggrund für den Beratungsbedarf (oder welche Kombination) entscheidet darüber, welche Form von Beratung / Berater für Ihr Bedürfnis passt.

Wann ist eine Beratung sinnvoll?

Eigentlich immer, wenn eine der obigen Punkte auf Sie zutrifft. Aus der Praxis gesprochen: In den allermeisten Fällen ist zumindest eine Finanzplanung angesagt, denn sie ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, den Sie nicht missen sollten.

Welche Beratung ist die richtige (für Sie)?

Ausgewogene Anleger müssen darauf achten, dass Ihre Einzelanlage kein Stückwerk ist, sondern in das Gesamtportfolio passt. Ausgewogenheit entsteht nämlich nicht automatisch, sondern durch den Verbund sich ergänzender Anlagen, welche sich gegenseitig stützen und absichern. Wenn Sie die einzelnen Anlagen nicht aufeinander abstimmen, ist das Risiko eines Verlustes oder die Wahrscheinlichkeit die gewünschte Rendite nicht zu erreichen, ungleich höher.

Bei ausgewogenen Anlegern empfiehlt sich deshalb immer, die Vermögensverwaltung auf der Basis einer vollständigen Bestandsaufnahme vorzunehmen.

Eine solche Bestandsaufnahme kann durch einen reinen Vermögensberater erfolgen.

Stellt sich die Kosten/Nutzen Frage: Wenn Sie bereit sind Zeit und Geld für Ihre Planung zu investieren, weshalb machen Sie es dann nicht gleich richtig und wenden sich an einen ausgewiesenen Finanzplaner (Financial Consultant, Financial Planning)?

Eine professionelle Finanzplanung ist eine weitaus fundiertere Grundlage. Sie schafft Struktur, erkennt persönliche Risiken und sorgt dafür, dass die Anlagen viel gezielter und effektiver eingesetzt werden können. Sie sichert Sie mit anderen Worten ab. Darüber hinaus werden auch andere Themen (Erben und Schenken, Ruhestandsplanung, Investitionsplanung, etc.), die nicht direkt mit der Vermögensverwaltung verbunden sind, erfasst und abgearbeitet.

Wer soll Sie beraten?

Die Umsetzung der Vermögensverwaltung kann wiederum durch den Finanzplaner oder alternativ durch einen reinen Vermögensberater erfolgten. Eine weitere Option wäre, das zu investierende Kapital einer Vermögensverwaltung zu übertragen. Wobei: wenn nicht mehr als 2 Millionen EUR an frei verfügbaren Anlagemitteln bereitstehen, rechnet sich eine individuelle Vermögensverwaltung vermutlich bei ausgewogenen Anlegern nicht.

Tipp: Ausgewogene Anleger ohne große Erfahrung und fundierte Kenntnisse bei Kapitalanlagen sind bei reinen Anlagespezialisten tendenziell nicht gut aufgehoben. Das hat nichts damit zu tun, dass Anlageberater ihr Geschäft nicht verstehen oder unseriös wären, sondern ist dem Umstand geschuldet, dass die zwei Parteien eine unterschiedliche Sicht auf die Dinge haben.

Wenn zwei Parteien nicht dieselbe Sprache sprechen, sind (teure) Missverständnisse, Ärger und Enttäuschung vorprogrammiert.

Nutzen Sie einen Übersetzer

Wenn Sie trotzdem nicht auf die Expertise eines reinen Anlagespezialisten verzichten wollen, nehmen Sie ihren Finanzplaner oder Vermögensberater als Übersetzer mit. Seine Aufgabe wäre dann, Ihre tatsächlichen Interessen und Ziele so zu formulieren, dass sie in ein stimmiges Anlagekonzept gegossen werden können.

Alternativ zu den Vermögensverwaltern könnten Sie auch die Dienste einer auf Honorarberatung spezialisierten Bank in Anspruch nehmen. Solche Banken bieten meist ein breiteres Beratungsangebote an, wie reine Vermögensverwalter.

Hausbanken nicht als Vermögensverwalter einsetzen

Als No-Go betrachten wir auch bei ausgewogenen Anlegern die sogenannte Vermögensberatung einer klassischen Bank. Klassische Banken sind heute mehr denn je Vertriebsorganisationen. Die Bankberater werden nicht dafür bezahlt zu beraten, sondern zu verkaufen. Zeit für die seriöse Vorbereitung von Kundendossiers wird den Mitarbeitern nicht gewährt.

Am Verheerendsten ist jedoch, dass Banken, Sparkassen ihren eigenen Vorteil im Zweifel immer höher bewerten wie die Kundeninteressen.

Selbst wenn Sie einen loyalen und vertrauenswürdigen Bankberater finden; wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Verbindung von Dauer ist? Gerade Kontinuität ist jedoch bei einem ausgewogenen Anleger jedoch besonders wichtig.

Was darf eine Beratung kosten?

Falsche Frage. Richtig wäre zu fragen, wieviel Ihnen eine Beratung bringt. Daran sollten Sie messen, ob sie den Preis wert ist. Ist der Nutzen hoch, darf auch der Preis hoch sein.

Würden Sie auf einen Vorteil von 20.000 € verzichten, nur, weil die Beratung 5.000 € kostet?

Fragen Sie also den Berater mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben und welchen Vorteil Ihnen dadurch erwächst. Wenn das Verhältnis stimmt können Sie das Gespräch fortsetzen. Wenn keine glaubwürdige Antwort kommt, macht es wahrscheinlich keinen Sinn.

Gute Berater sehen übrigens schnell, ob sich eine Beratung für beide Seiten lohnt und teilen Ihnen das auch mehr oder minder direkt mit.

Vollmachten

Die Zeiten, in denen man frei nach Kostolany nach erfolgtem Investment eine Schlaftablette nehmen sollte, sind seit einigen Jahren vorbei. Heute muss man darauf achten, Verluste zu vermeiden und wenn das nicht mehr möglich ist, sie zu begrenzen. Das sollte auch dann geschehen, wenn man dazu nicht selber in der Lage ist.

Warum ist eine `Vollmacht sinnvoll?

Die Zeiten ändern sich. Das gilt auch oder gerade auch im Finanzbereich. Seit die Notenbanken scheinbar natürliche Marktgesetze außer Kraft gesetzt haben, Computer Geschäfte automatisch und in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit abwickeln, Geld im Überfluss vorhanden und noch mehr Geld, das einzig erstrebenswerte darstellt, haben nicht nur die extremen Ausschläge an den Börsen zugenommen, sondern auch deren Häufigkeit.

Nach wie vor ist es aber einfacher Verluste zu minimieren, wie entstandene Verluste wieder zu korrigieren. Deshalb muss bei einer individuellen Vermögensverwaltung jederzeit gewährleistet sein, dass man reagieren kann. Und wenn man nicht reagieren kann, dann sollte das jemand anderes tun können. Und zwar schnell.

Wann ist eine Vollmacht zu vergeben?

Für ausgewogene Kapitalanleger ist eine allgemeine Verwaltungsvollmacht nicht sinnvoll. Sie verleitet die Berater dazu, ohne Rücksprache mit dem Kunden das Portfolio zu drehen. Umschichtungen sind aber in den meisten Fällen lediglich Kostentreiber und bringen dem ausgewogenen Anleger keinen Vorteil.

Wir empfehlen darum ausgewogenen Anlegern, eine kollektive Vermögensverwaltung einzurichten. Hier wird für eine große Zahl von Anleger das Vermögen verwaltet. Das Management wird für die Performance bezahlt und nicht für die Umsätze. Hier ist die Vollmacht zum Handeln also bereits vergeben.

Wir entgegen unserer Empfehlung das Portfolio durch einen Vermögensverwalter individuell betreut, so ist durch eine Vollmacht sicherzustellen, dass der Vermögensverwalter im Notfall reagieren kann. Vereinbaren Sie aber in diesem Fall vertraglich, dass solche Umschichtungen wirklich nur zur Sicherung des Vermögens automatisch vorgenommen werden dürfen und alle anderen Entscheide nur nach Absprache.

Sicherheit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seine Vermögen gegen Verluste abzusichern. Nicht jede ist sinnvoll, nicht jede wirkt wie gewünscht und nicht jede ist notwendig. Manchmal bedeutet der Versuch Sicherheit zu gewinnen sogar, dass man alles noch schlimmer macht.

Generell gilt, dass die höchste Sicherheit erreicht wird, wenn man seine Vermögensanlage mit Bedacht und Verstand wählt. Dazu gehört die geeignete Planung. Dazu gehört die intensive Prüfung der Anlage. Dazu gehört, dass man den Markt kennt und in die richtige Produktkategorie wählt.

Nachfolgend zeigen wir die geeigneten Sicherheitsmaßnahmen für ausgewogene Anleger.

Was brauche ich an Sicherheit?

Sicherheit kostet Geld. Immer! Deshalb ist es wichtig, dass man sich ganz genau überlegt, welche Sicherheitsstufe für das persönliche Wohlbefinden notwendig ist.

Am sinnvollsten ist, wenn man die Sicherheit nicht in Prozent pro Anlage definiert, sondern über das ganze Vermögen.

Beispiel: Wenn eine bestimmte Anlage nur 1 % eines Vermögens ausmacht, macht auch eine Wertschwankung von 50 % niemandem Weh. Ein Kurssturz von 5 % einer Anlage, die die Hälfte des Vermögens ausmacht, kann in einem ausgewogenen Portfolio aber schon zu viel sein.

Keep it simple!

Die einfachste Sicherung ist absolut kostenlos und vermeidet viele, teure Missverständnisse: Investieren Sie nur in Kapitalanlagen, welche Sie verstehen. Lassen Sie die Finger vor unübersichtlichen Konstruktionen. Gehen Sie niemals davon aus, dass die zuständigen Fachleute diese Konstruktionen besser verstehen wie Sie. Schon gar nicht Ihr Bankberater.

Halten Sie Ihre Vermögensanlagen einfach und verständlich. Je einfacher, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch die sogenannten Experten den Überblick behalten.

Risikostreuung

“Lege nicht alle Eier ins selbe Nest”, ist eine Sicherungsmaßnahme, welche ebenfalls nichts oder kaum etwas kostet. Ausfälle kann es immer geben – auch bei ausgewogenen Wertanlagen. Wenn man das Risiko aber verteilt hat, ist man immer nur von einem Teilausfall betroffen. Diese Weisheit gilt übrigens auch bei Bankguthaben – falls das Vermögen die gesicherten Höchstbeträge überschreitet.

Übersichtlichkeit muss gewahrt bleiben

Man kann es mit der Risikostreuung aber auch übertreiben. Wer zu viele Positionen hält, verliert den Überblick und kann ggf. nicht rechtzeitig handeln. Gerade ausgewogene Anleger sollten übersichtlich gestaltet sein, damit man den Überblick hat und die Balance zwischen Risiko und Ertrag halten kann.

Risikostreuung kann auch zu einer scheinbaren Sicherheit führen. So macht es keinen Sinn, das Risiko auf mehrere Anlagefonds zu verteilen, wenn diese dasselbe Anlagespektrum abdecken … Wenn der Markt aus irgendeinem Grunde abschmiert, wären dann trotz vermeintlicher Risikostreuung alle gleich betroffen.

Trügerische Sicherheit: Zertifikate

Zertifikate sind in Zeiten tiefer Zinsen eine scheinbar attraktive Alternative zu konservativen Anlagen. Meist bieten diese Wertpapiere ein beschränktes Gewinnpotential (z. B. 8 %), aber ein unbeschränktes Verlustrisiko. Doch selbst wenn sie eine Verlustgarantie verbrieft haben, sind Zertifikate eine unsichere Wette.

Eigentlich dachten wir, nach der Lehman Pleite und der anschließenden Finanzkrise sei dem Hintersten und Letzten klar geworden, dass Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind, welche jeden Wert verlieren, wenn der Emittent Pleite geht.

Prozesse wurden geführt, viele Banken (auch Sparkassen …) mussten Entschädigungen zahlen, weil sie falsch beraten haben und die Anleger sich darum fälschlich in Sicherheit gewiegt haben. Hat nichts genützt: Der Zertifikatshandel blüht wie eh und je. Wahnsinn.

Ausgewogene Anleger lassen die Finger von solchen Papieren!

Garantien / Garantieprodukte
Halten Garantien was sie versprechen?

Auch ausgewogene Anleger lieben Garantien. Leider verstehen die Anleger meistens nicht, welche Garantie sie eigentlich erworben haben und sind dann enttäuscht, wenn sie im Ernstfall trotz Garantie auf Verlusten sitzen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Ihnen niemand bereit ist Ihnen Ihr Risiko abzunehmen – außer sie bezahlen ihn dafür. Garantien kosten also immer Geld. Ob sie das Geld wert sind muss darum ebenso seriös geprüft werden, wie das Anlagemodell, welches hinter der Kapitalanlage steht. Leider sehen viele Bank-, Finanz- und Vermögensberater Garantien lediglich als Verkaufshilfe und nicht als Risiko- und Kostenfaktor. Deshalb werden Garantien selten hinterfragt.

Lassen Sie sehr genau erklären, wie der Garantiemechanismus funktioniert. Wenn Ihnen die Antwort nicht plausibel erscheint oder Sie feststellen, dass Ihr Berater oder Verkäufer nicht zu 100 % sicher ist, lassen sie die Finger davon. Sie tun sich einen großen Gefallen, wenn Sie bei Garantien grundsätzlich davon ausgehen, dass sie nichts wert sind, und zwar so lange, bis man Ihnen das Gegenteil beweist.

Leider reagieren die Menschen aber genau umgekehrt, wenn sie mit dem Wort „Garantie“ konfrontiert werden.

Versicherungsgarantien

Es gibt grob drei Formen von Garantien von Versicherungsprodukten

•  Die klassische Garantie einer deutschen Lebensversicherung, welche durch einen Deckungsstock dargestellt wird.

•  Konzeptionelle Garantien, bei denen eine Vermögensanlage so konstruiert ist, dass sie Sicherungsmechanismen beinhaltet.

•  Garantien, welche im Prinzip wie eine Schadenversicherung funktionieren und für welche Sie eine Risikoprämie zu zahlen haben.

Klassische Lebensversicherungen

Die klassische deutsche Lebensversicherung hat über viele Jahrzehnte bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Garantien, Kraft gesetzlich verankerten Anlagevorschriften, einzuhalten. Diese Garantien gelten weiterhin, auch wenn sie subjektiv betrachtet weniger attraktiv sind wie früher. Der Preis für diese Garantie besteht in einer tieferen Rendite. Jetzt, da die Zinsen von ausgewogenen Kapitalanlagen nahe oder bei null liegen, wird das natürlich zum Problem. Trotzdem sind klassische Lebensversicherungen weiterhin eine der sichersten Anlageprodukte, die der Markt zu bieten hat, und rechnen sich je nach Laufzeit auch dank den damit verbundenen Steuervorteilen mehr als die meisten üblichen Anlagealternativen.

Fondspolicen

Fondspolicen haben oft einen Sicherungsmechanismus, welcher dafür sorgt, dass in Krisenzeiten das Kapital so strukturiert wird, dass das garantierte Kapital auf jeden Fall gesichert ist. Leider führt das in der Regel dazu, dass die Anlagen im Krisenfall in einen sogenannten “Cash-Lock”. Als Cash-Lock beschreibt man einen Zustand, wo das Geld nicht mehr angelegt werden kann (weil die Anlage kein Anlagerisiko mehr puffern kann) und darum zur Sicherung der Garantie quasi in bar gehalten wird. Diese Produkte sind zu teuer, für das, was sie bieten. Ihre Kostenstruktur ist derart ungünstig, dass trotz Garantie am Ende meistens ein Verlust steht. Das ist ärgerlich. Nicht wegen des Verlustes an sich, sondern wegen der großartigen (nicht garantierten) Versprechungen, welche beim Vertrieb dieser Produkte gemacht werden. Finger weg!

Variable Annuities

Inzwischen gibt es eine Reihe von Produkten, welche unter dem Begriff „Variable Annuities“ laufen und vor allem im angelsächsischen Raum und in Japan sehr beliebt sind. Hier wird nur eine Garantie auf den Ablauf gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt können sehr wohl Verluste auftreten. Diese Garantie funktioniert wie eine Risikoversicherung, für welche der Anleger eine Prämie bezahlen muss. Der Vorteil: egal was passiert, das versprochene Ziel wird erreicht. Weil jedoch das Kapital nach einem schweren Kurssturz nicht blockiert wird, kann sich der Wert danach wieder erholen, und wie sich wie eine normale Kapitalanlage entwickeln.

Verlustbegrenzung mit Stop Loss Mechanismen

Sicherheit bietet auch ein mechanisches Sicherungssystem, welches sie im Rahmen Ihrer Depotverwaltung nutzen können: der sogenannte Stopp Loss.

Mit einem Stopp Loss setzen Sie eine fixe Marke, welche den Verlust Ihrer Anlage durch den Verkauf der Werte ab einer bestimmten unteren Preisschwelle. Wird ein Stopp Loss zum Beispiel bei einem Kurs von 100 festgelegt, wird die Anlage automatisch verkauft, wenn der Marktpreis unter diesen Wert fällt. Die Frage ist zu welchem Preis.

Wenn Sie einen Stopp Loss setzen und dieser unterschritten wird, geht die Anlage bestens (zum besten Angebot nach Verkaufsfreigabe) in den Verkauf und wird liquidiert, sobald jemand einen Preis dafür bietet. Dieser Preis liegt nicht etwa fix bei 100, sondern kann je nach Marktlage deutlich tiefer sein. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn irgendein Verrückter sein Flugzeug ins Weiße Haus steuert. In solchen Fällen sinken die Preise innert Sekunden massiv. Es gibt immer irgendwelche Leichenfledderer, welche nur auf diesen Moment warten und für diesen Zweck extrem tiefe Kaufangebote eingestellt haben. Je kleiner der Markt eines Wertpapiers ist, desto größer die Gefahr, dass eine solche Schnäppchenjagt erfolgreich sein kann.

Tipp: Damit ein Stopp Loss den gewünschten Effekt hat, braucht das Papier ein relativ hohes tägliches Handelsvolumen. Für Anlagen, welche nur ein tiefes Handelsvolumen aufweisen, ist diese Form der Sicherung nicht geeignet.

Ebenfalls nicht geeignet ist ein Stopp Loss für Optionen, weil es hier regelmäßig zu hohen Wertschwankungen kommt.  Die Titel würden deshalb unter Umständen laufend ausgenockt. Für ausgewogene Anleger sind Optionen allerdings sowieso kein Thema.

Stopp Loss Limit

Mit einem sogenannte Stopp Loss Limit, kann dieses Unglück verhindert werden. Zwar wird auch hier das Teil in den Verkauf gegen, wenn ein unteres Limit unterschritten wird, gleichzeitig wird aber auch ein Mindestverkaufspreis festgelegt. Ein Verkauf tief unter Wert ist dann also nicht mehr möglich. Allerdings kann das auch dazu führen, dass der Verkauf nicht ausgelöst wird und der Sicherungsmechanismus versagt.

Passende Kapitalanlagen

Ausgewogene Anleger stellen Sicherheit vor Rendite, wollen aber trotzdem nicht auf eine angemessene Rendite verzichten. Zumindest wollen Sie mit ihrer Vermögensanlage mehr verdienen, als sie auf einem normalen Tagesgeldkonto erhalten. Obwohl die Zinssätze auf Sparguthaben inzwischen am Boden liegen, ist diese Aufgabenstellung kein Selbstläufer. In diesem Abschnitt wollen wir uns darum der Frage stellen, welche konkreten Anlagemöglichkeiten ausgewogenen Anlegern offenstehen und welche Anlagen sie meiden sollten.

Die aktuelle Situation auf den Finanzmärkten – und wir müssen davon ausgehen, dass sich daran auf viele Jahre nichts ändern wird – verlangt, dass besonders ausgewogene Anleger Ihre Kapitalanlagen viel klarer strukturieren müssen.

Vorsicht bei gemischten Fonds

Dieser Hinweis gilt für alle Investoren, ist jedoch gerade für ausgewogene Anleger besonders dringlich. Hintergrund ist, dass die Finanzindustrie ab den 90er Jahren Produkte auf den Markt gebracht hat, die genau auf das Segment der eher vorsichtigen Privatanleger abzielen: Gemischte Fonds nach der Modern Portfolio Theory. Mit diesen Produkten wird den Anlegern seit vielen Jahren vorgegaukelt, dass man mit einem Produkt ein ausgewogenes Portfolio mit weniger Risiko und mehr Rendite abbilden könne. Diese Produkte waren schon immer fragwürdig und das nicht nur, weil sie als Kapitalanlage nicht wie versprochen funktioniert haben, sondern weil Sie nicht ins Leben der Anleger passen. Doch dazu später mehr.

Tipp: strukturieren Sie Ihr Vermögen konsequent nach dem Gesichtspunkt der Liquidität. Gehen Sie hier keine „bequemen“ Kompromisse ein. Die Zeit der all.in.one-Anlagefonds ist vorbei!

Teilen Sie Ihr Vermögen entsprechend der Matrix in unserer Grafik auf.  Es handelt sich hierbei um eine Vermögensaufteilung nach kurz-, mittel- und langfristigem Anlagehorizont. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass diese Anlagekategorien auch ganz konkrete Funktionen in Ihrem Leben besetzen sollen;

Kurzfristig verfügbares Kapital: Liquidität

Dieses Geld – und der Begriff Geld ist hier ganz bewusst gewählt – dient der Befriedigung des täglichen Bedarfs.

Mittelfristige Kapitalanlagen: Reserve / Puffer

Früher ging es darum, in diesem Bereich darum, mit festverzinslichen Werten das Portfolio zu stabilisieren und zumindest die Inflation zu schlagen. Diese Position stellte – ungeachtet der zur Verfügung stehenden Anlagefristen – den Großteil der Vermögensanlagen dar.

In unserem Modell stellt der mittlere Anlagenbereich nicht mehr eine mittelfristige Anlagedauer dar – denn diese gibt es nicht mehr – sondern einen finanziellen Puffer, eine Reserve die man zur Not bereits nach 5 Jahre ganz oder teilweise liquidieren kann. Ziel ist aber auch hier, im Schnitt den Erhalt der Kaufkraft (nach Abzug von Inflation, Steuern, Kosten).

Langfristige Anlagen: Vermögenswachstum

Mit den ersten beiden Anlagekategorien lässt sich kein Geld verdienen. Also braucht es einen dynamischen Teil, welcher dazu auf lange Sicht fähig ist. Auch in diesem Bereich ist es heute nicht mehr so, dass man blind Werte kaufen kann, danach frei nach Kostolany einige Schlaftabletten einwerfen um dann Jahre später auf einem satten Gewinn zu sitzen. Wie bei praktisch allen anderen Anlagen muss man heute sein Depot laufend unter Kontrolle haben, um Gewinne zu sicher, Verluste zu stoppen und neue Gelegenheiten zu nutzen. Langfristig ist deshalb nur die Aussicht, dieses Geld mit einer vernünftigen Wahrscheinlichkeit wieder zu einem guten Preis liquidieren zu können.

Vermögensverwaltung

Wie Sie sehen, ist eine Vermögensverwaltung heute ganz schön aufwändig geworden. Ohne ein professionelles Management Ihrer Werte sollten Sie deshalb keine Wertschriften zeichnen.

Wenn wir die Kundengruppe „ausgewogene Anleger“ betrachten, dürften die wenigsten dazu in der Lage sein. Denn wären sie es, würden sie weder gemischte Anlagefonds zeichnen, sondern sich mit Freude auf die leicht verfügbaren Einzeltitel stürzen. Tun sie aber nicht, weil sie dazu weder Zeit, noch die technischen Mittel, noch den notwendigen Informationen und Sachkenntnisse haben. Ergo läuft alles darauf hinaus, jemanden mit der Verwaltung des eigenen Vermögens zu beauftragen.

Tipp: Denken Sie gar nicht daran, diesen Auftrag Ihrer Hausbank zu geben. Sie erhalten bei Ihrer Hausbank nichts, was das Geld wert wäre, dass Sie dort abdrücken müssen. Ausnahme: Sie legen ein Vermögen von über 20 Millionen Euro auf den Tisch. In diesen Fällen steht Ihnen – zumindest bei den Großen – die Welt offen.

Lohnt sich eine individuelle Vermögensverwaltung?

Wenn Sie nicht das nötige Kleingeld aufbringen, um eine individuelle Vermögensverwaltung bei einem Vermögensverwalter zu platzieren, ist das kein Unglück. Im Gegenteil: ausgewogene Anleger dürften in den allermeisten Fällen mit einer kollektiven Vermögensverwaltung (also ein Konstrukt, bei welchem viele Anleger ihr Geld in einen Topf werfen, damit es ein Team als Ganzes professionell bewirtschaften kann) deutlich sicherer, kostengünstiger und lukrativer.

Der Vorteil einer kollektiven Vermögensverwaltung ist, dass Sie keine Klumpenrisiken (in Bezug auf den Vermögensverwalter) eingehen müssen. Sie splitten jeden Bereich in zwei, drei Teile und geben diese ohne Mehraufwand in unterschiedliche Systeme.

Anlagevorschläge

Kurzfristige Anlagen
Liquidität

Bei den kurzfristigen Anlagen spielt die Rendite eigentlich überhaupt keine Rolle. Gehen Sie am besten von null Zinsen aus und wählen sie jenes Bankprodukt aus, welches für Sie am komfortabelsten ist.

Auch wenn Sie keine Zinsen erhalten, hat diese Kategorie eine extrem wichtige Funktion: Sie verschafft Ihnen Zeit, welche sie bei den anderen Anlageklassen dringend brauchen. Eine großzügige Liquidität ist darum kein Luxus, sondern bedeutet Sicherheit. Wenn Sie Ihren Finanzplan erstellen, sollten Sie die Liquidität deshalb großzügig bestücken.

Mittelfristige Anlagen
Reserve / Puffer

Bei den mittelfristigen Anlagen geben Sie das Geld in die Hände einer Vermögensverwaltung, welche die Anlagen möglichst frei nach Marktlage investieren kann. Ausgewogene Anleger verzichten also auf Anlagefonds (welche die klassische Form der kollektiven Vermögensverwaltung darstellen), welche einem starren Raster folgen müssen (Etwa Aktien Anteil mindestens 10% oder höchstens 30%). Das Management soll sich den herrschenden Marktverhältnissen möglichst frei anpassen können, um Chancen voll nutzen und Risiken voll eliminieren zu können.

Solche Vermögensverwaltungen gibt es auch mit Garantien. Garantien sind für ausgewogene Anleger durchaus reizvoll, weil sie trotz allem die Sicherheit bieten, das angestrebte Ziel wirklich zu erreichen. Achten Sie aber darauf, dass diese Garantie die Möglichkeiten der Kapitalanlage nicht einschränken. Viele Anlagen sichern ihr Ziel mit der Vermögensstruktur ab. Sobald eine untere Grenze erreicht ist, fallen diese Anlagen in einen Sicherheitsmodus, welcher keine weitere Entwicklung mehr zulässt (Cash Lock).

Besser sind Versicherungsgarantien im Rahmen von Variable Annuities, bei welchem Sie eine Art Vollkasko Versicherung auf Ihr Vermögen abschließen und dafür eine Prämie bezahlen müssen. Diese Fonds können sich ohne Probleme nach einem Kurssturz erholen und wieder einen positiven Ertrag entwickeln. Manche Modelle sichern sogar Zwischengewinne ab, sodass Sie gewisse Levels niemals verlieren.

Langfristige Anlagen
Aktien

Ausgewogene Anleger sind bereit in Aktien zu investieren, obwohl diese natürlich größeren Wertschwankungen aufweisen, wie andere Anlageklassen. Da bezüglich dem Verlustrisiko andere Anlageklassen aufgeholt haben (man denke nur an griechische Staatsanleihen…) aufgeholt haben, ist diese Gefahr nicht mehr so wahnsinnig viel höher.

Investieren Sie immer in Reinform. Warum? Weil Sie es können. Und können tun ausgewogene Anleger das nicht nur Kraft ihrer Risikofähigkeit, sondern weil Sie ihr Depot im kurz- und mittelfristigen Bereich gut ausgestattet haben und nicht zwingend auf das Geld im Aktiendepot (bzw. Aktienfonds) angewiesen sind.

Wir empfehlen Fonds oder andere Formen der kollektiven Vermögensverwaltung, welche zwar grossmehrheitlich in Beteiligungspapieren investiert sind, welche jedoch die Möglichkeit haben Ihr Geld vollständig aus Aktien abzuziehen, wenn sie keine passenden Chancen am Markt erkennen. Bei den meisten Aktienfonds lässt dass das Reglement aber nicht zu.

ETF

Mit den geeigneten ETF´s können auch ausgewogene Anleger breit in einen bestimmten Markt investieren. Ein ETF ist nicht gleich ein ETF. Will heißen, dass Sie die Bedingungen lesen müssen. Zeichnen Sie nur ETF’s welche entweder ausschließlich direkt in Aktien investieren müssen oder nur zu einem verschwindend kleinen Teil in Zertifikate anlegen dürfen. Zur Erinnerung: Zertifikate sind ein Werk des Teufels, weil sie zu komplex sind, um das Risiko tatsächlich beurteilen zu können.

Besonders indexgebundene ETF sind bei ausgewogenen Anlegern hoch im Kurs und werden auch von Verbraucherverbänden gerne empfohlen. Das hat gute Gründe: Zum einen schlagen passive Fonds die meisten aktiv gemanagten Fonds um Längen und das obwohl sie günstiger sind. Zum andern können Verbraucherverbände für allgemeinverbindliche Aussagen nicht in Haftung genommen werden…

ETF’s sind eine gute Sache, aber müssen genau so bewirtschaftet werden, wie eine Aktie. Es ist also wichtig, dass immer jemand ein Auge darauf hat um im Notfall die Reisleine ziehen zu können: Verluste zu vermeiden oder zu begrenzen ist nämlich einfacher und billiger als erlittene Verluste wieder auszugleichen. Wer also seine Aktien nicht selber bewirtschaften kann, sollte dies auch bei ETF’s nicht tun. Geben Sie diese Aufgabe in die Hände eines Vermögensverwalters oder eines Vermögenberaters (mit entsprechendem Mandat).

Das Fazit für ausgewogene Anleger

Ausgewogene Anleger haben es nicht leicht, weil sie immer den Spagat machen müssen, zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Verlangen nach Rendite. Für diese Kombination ist die Großwetterlage wahrscheinlich auf Jahre hinaus schlecht.

Sie können die Folgen der Umwälzungen an den Kapitalmärkten lindern, indem Sie eine seriöse Finanzplanung vornehmen und entsprechend Ihren langfristigen Aussichten, Möglichkeiten und Wünschen das Vermögen konsequent strukturieren.

Struktur schafft mehr Sicherheit, als jede Garantie!

Bestücken Sie demnach ihre Liquidität großzügig und grämen Sie sich nicht, wenn Sie hier keinen Zins erwirtschaften können. Damit kann man leben.

Alle anderen Bereiche geben Sie in die Hände von einem Vermögensverwalter. Wenn es sich nicht um eine kollektive Vermögensverwaltung handelt, deren Zielsetzung fix formuliert sein muss, müssen Sie Ihrem individuellen Vermögensverwalter einen glasklaren Auftrag geben. Am besten in schriftlicher Form. In diesem Auftrag steht ihre Erwartung nach oben (Inflationsschutz, Wachstum 7%, etc.) und Ihre Risikobereitschaft (Verlust maximal 20%, 20.000 €, etc.).

Wir empfehlen ausgewogenen Anlegern ein Kerninvestment in Variable Annuities, bei welchem das Ziel der angemessenen Rendite über der Inflation mit einem Kapitalschutz zum Ende der Laufzeit verbunden ist.

Aktienanlagen sollten nicht konservativ getätigt werden. Schließlich erwartet man in diesem Bereich Wachstum. Lieber reduzieren ausgewogene Anleger den Aktienanteil, als dass sie bei der Zielsetzung Wachstum falsche Kompromisse machen. Denn dann können Sie auch in sicherere Variable Annuities investieren.

Aktieninvestments können auch indirekt, über sogenannte ETF gemacht werden. Auch hier muss jedoch die Position ständig überwacht werden, weshalb wir empfehlen auch diese Anlagen durch einen Vermögensverwalter bewirtschaften zu lassen.