Nachhaltig anlegen

Mit der Vermögensverwaltung Gutes tun: für sich, für die Umwelt, für die Gesellschaft

Alternative Anleger – Investoren mit Sinn fürs Gemeinwohl

Alternative Anleger standen in Vermögensfragen schon immer vor einem besonderen Problem: Wie schaffen wir es, unser Geld nicht nur rentabel, sondern auch gesellschaftlich sinnvoll anzulegen. Egal ob der Fokus auf ökologischen, sozialen oder ethischen Ansprüchen lag, einfach war diese Form der Vermögensverwaltung noch nie. Und nun, da die Zinsen am Boden liegen und die Märkte generell nur noch schwer zu durchschauen sind, scheint die Mission geradezu impossible. Oder vielleicht doch nicht? Hoffnung macht die Tatsache, dass viele alternative Kapitalanlagen auch in Bezug auf ihr Marktverhalten durchaus als Alternative gesehen werden können, welche sich nicht nur gegen den Markt entwickeln, sondern langfristig auch erfolgreicher sind als konventionelle Vermögensanlagen. So gesehen könnten sich nachhaltige Vermögenswerte auch in Bezug auf die Kapitalentwicklung als besonders nachhaltig und erfolgreich herausstellen.

“Nachhaltige Kapitalanlagen sind für alternative Anleger Werkzeuge, um für die Umwelt, die Gesellschaft und für sich das Bestmögliche zu tun. ”

 

Alternaive Anleger green Money

Sicherheit, Rendite und ein gutes Gewissen

Alternative Anleger werden normalerweise nicht als eigene Anlegerkategorie geführt. Zumindest nicht im Sinne einer Risikogruppe. In Ihrem grundsätzlichen Risikoverhalten unterscheiden sie sich nämlich nicht von den übrigen Privatanlegern. Was sie besonders macht und weshalb wir sie hier als eigene Kategorie führen, ist ihre Zielsetzung. Wenn alternative Anleger nämlich investieren oder ihr Geld anlegen, geht es nicht in erster Linie um Gewinn und Ertrag, sondern um gesellschaftliche Relevanz. Alternative Anleger wollen mit ihrem „green money“ etwas bewegen, Dinge in Gang setzen oder am Laufen halten und einen gesellschaftlichen Nutzen schaffen. Um es vorwegzunehmen: keine einfache Aufgabe!

Immer mehr alternative Anleger – wohin mit all dem Geld?

Die Zahl der alternativen Anleger wächst beständig und der Kapitalmarkt schießt sich zunehmend darauf ein: Immer mehr Banken, Emissionshäuser und Fondsgesellschaften versuchen die steigende Nachfrage zu bedienen und – wie könnte es anders sein – einen guten Schnitt dabei zu machen.

Gerade dies entspricht aber weder den Bestrebungen der avisierten Zielgruppe, noch kann das tatsächliche Angebot an sozial und umweltverträglichen Investitionsmöglichkeiten mit der Nachfrage Schritt halten. Kommt erschwerend dazu, dass Anbieter und Nachfrager (alternative Anleger) in ihrer Denke oft derart weit auseinanderliegen, dass es der Quadratur des Kreises gleichkommt, diese beiden Parteien sinnvoll zusammenzubringen.

Unser Konzept für eine Vermögensverwaltung für alternative Anleger

Wir wollen es trotzdem versuchen. Dabei wollen wir zum einen den Risikoaspekt betrachten, dann das vorhandene Angebot sichten und daraus eine gangbare Vorgehensweise für alternative Anleger entwickeln. Unser Ziel wird es sein, das Geld in jeder Beziehung so sinnvoll wie möglich zu investieren. Damit ist gemeint, dass das green money nicht nur grüne Anliegen finanzieren soll, sondern den Anlegern auch einen wirtschaftlichen Nutzen bringen muss. Und sei es nur, dass es sich nicht einfach verflüchtigt. Denn Vermögensverluste stellen für alternative Anleger zwar eine Möglichkeit dar, durch den zwangsläufig daraus resultierenden Konsumverzicht etwas für die Umwelt zu tun, auf Dauer ist dieses allerdings keine tragbare Lösung. Zudem verschwindet Geld niemals, sondern liegt immer nur in anderen Händen (andere konsumieren für Sie).

Was ist grünes Geld und was zeichnet alternative Anlagen aus?

Bereits über diese Frage werden in der Branche bzw. unter den interessierten Anlegern Religionskriege geführt. Wir werden uns diesem zum Teil fanatisch geführten Diskurs nicht vertieft widmen, denn wir werden hier weder zu einer Einigung noch zu einer allgemeinverbindlichen Definition kommen. Wir müssen diesen Punkt hier auch gar nicht abschließend klären, denn unser Thema dreht sich ja nicht um Einzelprodukte, sondern um Empfehlungen, wie alternative Anleger ihr Geld sicher anlegen können.

Die Crux des Kleingedruckten

Grundsätzlich wollen wir festhalten, dass die Branche größte Mühe hat, für das vorhandene Kapital geeignete Anlageobjekte zu finden. Entsprechend kreativ ist man bei der Definition des Anlageuniversums. Den meisten alternativen Anlegern ist diese Welt fremd. Sie sind es sich nicht gewohnt, sich ins reglementarisch geregelte Anlageuniversum eines Fonds einzulesen. Sie orientieren sich mehrheitlich an den Kurzfassungen des Prospekts und lassen sich deshalb durch Werbeslogans und wohlklingende Namen hinters Licht führen.

Vorsicht vor Mogelpackungen im grünen Gewand!

Die meisten Geldanlagen in grüne, ökologische, soziale oder ethische Anlagen sind nicht zu 100 % das, was sie versprechen. Die Guten unter Ihnen halten sich strikt an gewisse No-Go’s gehen aber in Bezug auf die reine Lehre Kompromisse ein (weil das Angebot einfach nicht das gewünschte Volumen hat, um die Nachfrage zu befriedigen, bzw. eine sinnvolle Risikostreuung vorzunehmen).

Die Schlechten gehen bereits bei den No-Go’s Kompromisse ein und halten sich weitgehend an das sogenannte best-in-class-Prinzip (Machen zwar Unerwünschtes, sind jedoch viel besser als vergleichbare Firmen). Aus der Sicht von alternativen Anlegern sind diese Anlagen aber so oder so sinnvoller, wie konventionelle Anlagen ohne moralische Einschränkungen. Wer die Nase rümpft und gar nichts tut, hat am Ende gar keinen Einfluss.

Entscheidend ist alleine Ihre Vorstellung einer sinnvollen Anlage!

Wie weit Sie mit Ihren Bemühungen gehen können, Ihr Geld dafür einzusetzen die Welt ökologisch oder sozial mitzugestalten hängt nicht zuletzt an den ökonomischen Rahmenbedingungen: Können und wollen Sie sich den Luxus leisten auf Ertrag zu verzichten? Denn zumindest kurzfristig müssen Sie damit rechnen, dass Zinsen ausbleiben und mit Kapitalgewinnen nicht zu rechnen ist. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen bestenfalls steuergeförderte Energieträger da. Wobei man sich hier konsequenterweise eigentlich fragen müsste, woher die Steuermittel stammen, die da zur Förderung eingesetzt werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wege hin zur alternativen Vermögensverwaltung

Das Ziel unseres Beitrages ist, Wege zu zeigen, wie alternative Anleger ihr Vermögen so bewirtschaften können, dass sie einerseits einen Beitrag zur Gesundung dieser Welt leisten können, andererseits dabei aber nicht verarmen. In diesem Sinne muss eine Vermögensverwaltung also in doppeltem Sinne nachhaltig sein.

Uns ist bewusst, dass wir eine Vermögensverwaltung in diesem Sinne nicht alleine mit grünen Werten bestücken können. Wir denken aber, dass es der großen Mehrheit der verantwortungsbewussten Privatanleger (alternative Anleger) nicht darum geht, die Welt im Alleingang zu retten. Es dürfe den meisten alternativen Anleger einfach wichtig sein, einen Beitrag zu leisten und mit dem Rest möglichst wenig Schaden anzurichten. Sich auf dem Kapitalmarkt also so zu verhalten, wie sie es auch im richtigen Leben tun: verantwortungsbewusst, aber mit Augenmaß.

Die Ausgangslage für alternative Anleger

Anders als bei den übrigen Anlegergruppen (konservative Anleger, ausgewogene Anleger, offensive Anleger), lassen sich alternative Anleger nicht über ihr Risikoverständnis beschreiben. Wer grüne Werte sucht, tut das nicht aus emotionalen Gründen, sondern aus intellektuellen. Es ist ein bewusster Entscheid in ökologische, nachhaltige und sozial verträgliche Kapitalanlagen zu investieren. Ein Entscheid, welcher keine genetische Vorbestimmung folgt, sondern das Ergebnis von Bildung, Information, sozialem Umgang, Beobachtung und Lebenserfahrung. Die Erkenntnis, dass man mit dem eigenen Anlageverhalten einen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft leisten kann, ist also nicht Teil unserer Erbinformation, sondern das Ergebnis eines Prozesses. Eine Idee, die langsam wächst.

Alternative Anleger entstammen der selben sozialen Gruppe

Aus diesem Grunde sind alternative Anleger keine technische Bezeichnung aus der Finanzwelt, sondern eine soziale Gruppe, welche man ähnliche den grünen Stammwählern, ziemlich genau innerhalb unserer Gesellschaft verorten kann (Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag aus der Zeit). Weil die Wahrscheinlichkeit ziemlich klein ist, dass Menschen unter 30 Jahren dem Thema „Vermögensverwaltung“ ein besonders hohes Gewicht beimessen, kann das Profil der alternativen Anleger ziemlich genau umrissen werden:

  • die alternativen Anleger sind mehrheitlich akademisch gebildet und berufstätig
  • Beamte und Staatsangestellte sind überdurchschnittlich vertreten
  • der Anteil der Frauen ist überdurchschnittlich hoch
  • ihr Einkommen liegt deutlich über dem Durchschnitt der Bundesbürger
  • die Altersgruppe 40+ ist ergibt sich aus dem Thema Vermögensverwaltung

Man muss weder Prophet noch Hellseher sein, um folgende Vermutung zu hegen: Alternative Anleger fällen in der Tendenz ihre Anlageentscheide eher mit dem Kopf. Ihre Risikoeinstufung dürfte deshalb jener von ausgewogenen Anlegern entsprechen. Mit anderen Worten: Alternative Anleger sind keine Spinner, sondern stehen mitten im Zentrum unserer Gesellschaft. Wie die grüne Stammwählerschaft eben.

Alternative Anleger sind ausgewogene Anleger mit einem ökologisch, sozialen Anspruch

Aus dieser Erkenntnis ergibt sich, dass sich die alternativen Anleger in demselben Anlagedilemma befinden, wie die übrigen ausgewogenen Anleger: Die bevorzugten Anlageinstrumente versprechen keinen Gewinn mehr. Der kurzfristige Teil bringt nichts, der mittelfristige Teil auch nichts und im langfristigen Bereich steigt das Risiko. Erschwerend kommt dazu, dass den alternativen Anlegern ein kleineres Anlageuniversum zur Verfügung steht.

Trotzdem ist eine erfolgreiche und sinnvolle Vermögensverwaltung immer noch möglich. Vorausgesetzt, man denkt ohne Scheuklappen.

Entscheidungsgrundlagen schaffen

Wie die meisten anderen Anleger und Sparer haben alternative Anleger selten einen konkreten Plan, was die systematische Entwicklung und spätere Nutzung ihres Vermögens anbelangt. Da aber auch für alternative Anleger die üblichen Gesetze der Schwerkraft gelten, macht es Sinn mithilfe einer fundierten Finanzplanung die eigenen Grenzen der Risikofähigkeit zu erkennen. Wer unbedacht oder naiv über die Schwelle der eigenen Belastbarkeit hinaus geht, riskiert durch seine nachhaltigen Investments die Kontrolle über seine wirtschaftliche Existenz zu verlieren und damit einen nachhaltigen Schaden an der eigenen Zukunftsfähigkeit zu hinterlassen. Das kann nicht Sinn und Zweck einer Vermögensverwaltung sein. Auch nicht für alternative Anleger!

Ein fester Plan ist nicht nur für Anlagezwecke sinnvoll, sondern bietet Ihnen auch im Alltag Orientierung und Sicherheit: er zeigt Ihnen, was Sie sich leisten können und was sie besser sein lassen.

Mit einem Vermögensplan oder noch besser, einem Finanzplan sind sie in der Lage abzuschätzen, welchen Teil Ihres Vermögens Sie für die freie Gestaltung Ihres Lebens benötigen und welchen Teil zur Verfügung steht, um wünschenswerte Projekte zu unterstützen und zu finanzieren.

Haushaltsplan / Budget

Haben Sie eine Vorstellung, wieviel Geld Sie ausgeben und für was? Sollten alternative Anleger in privaten Angelegenheiten nicht mindestens so bewusst handeln, wie sie das mit ihren Kapitalanlagen tun wollen, dann wahrscheinlich nicht so richtig. Es ist aber nicht anzunehmen, dass sie in diesem Punkt anders verhalten, wie die übrige Bevölkerung. Diese verfügt nämlich nur im Ausnahmefall über einen Haushaltsplan.

Ein typischer Beweis dafür, dass die sogenannte Schwarmintelligenz nicht immer greift, denn ein Budget ist eine ausgesprochen hilfreiche und sinnvolle Sache.

Denn mit einem Budget können Sie besser planen. Es verhindert, dass Sie in einen finanziellen Engpass kommen, weil Sie sich verschätzt haben. Finanzielle Engpässe sind besonders bei alternativen Kapitalanlagen ein stetes Risiko. Denn bei wirklich grünen Anlagen besteht in der Regel kein oder nur ein illiquider Markt (es gibt nur wenige Anleger, welche darauf warten Ihnen Ihre Anlage käuflich abzunehmen). Wer also seine nachhaltige Kapitalanlage unter Zeitdruck verkaufen muss, verliert entweder Geld (weil das Spiel von Angebot und Nachfrage gegen ihn spielt) oder bleibt auf den Werten sitzen und hat ein Problem.

Vermögensübersicht

Führen Sie eine Vermögensübersicht. Listen Sie alles auf, was Sie an verwertbaren Vermögen besitzen. Schmuck und Gebrauchsgegenstände (Auto) zählen nicht dazu. Nehmen Sie sich die Zeit, diese Vermögensliste einmal im Jahr zu aktualisieren. Das ist wichtig, weil Sie zum einen sehen, in welche Richtung der Vermögensstand geht und zum andern, um jederzeit eine Idee zu haben, welchen finanziellen Spielraum Sie haben.

Liquiditätsfluss

Auf der Basis Ihres Haushaltsplanes können Sie die notwendige Liquiditätsreserve berechnen. Wie hoch diese sein muss, entscheiden Sie selber. In der Regel sind 3 bis 6 Monatskosten (zzgl. Allfällig geplante Investitionen) gemäß Budget ausreichend.

Haben Sie einen kalkulierten Monatsüberschuss, braucht Ihre Liquiditätsreserve natürlich nicht ganz so üppig auszufallen.

Eine Liquiditätsreserve steht für Kapitalanlagen nicht zur Verfügung. Rendite ist hier also völlig unwichtig. Dieses Geld legen Sie darum so an, wie es Ihnen am bequemsten scheint.

Was sind Ihre Ziel

Im jetzigen Zeitpunkt sind mit „Zielen“ nicht jene ideologischen Grundwerte gefragt, welche alternative Anleger mit ihren Anlagen und Investitionen verfolgen. Es geht hier um Lebensziele.

Diese Ziele sind es denn auch, welche den Weg bestimmen, den Sie bei der Bewirtschaftung Ihres Kapitals gehen können. Aus den Zielen leiten sich Fristen und die damit verbundenen Möglichkeiten am Kapitalmarkt ab.
Auch für alternative Anlegern ist es wichtig, die eigenen Ziele und Vorhaben zu formulieren. Denn Ziele stehen immer in Verbindung mit einem mehr oder weniger klaren Zeithorizont. Diese Perspektive benötigt man immer, wenn Anlageentscheide zu fällen sind, welche über das eigene Girokonto hinausreichen (auch ein Sparkonto hat bekanntlich Kündigungsfristen!).

Tipp: Im Grundsatz gilt die Regel: je kleiner der Markt für die ins Auge gefasste alternative Anlage ist, desto wichtiger ist es zu wissen, wie lange man das Geld zur Verfügung hat.

Alles im Auge behalten

Normalerweise hat man nicht nur ein Projekt oder ein Ziel am laufen. Meistens sind es verschiedene Dinge, die parallel nebeneinander hergehen. Bei besonders großen Zielen – etwa der Finanzierung des Ruhestandes – kann es sein, dass nicht ein bestimmtes Fälligkeitsdatum bestimmt werden kann. Hier müssen wir in Perioden denken und das Ziel in Etappen, also 3-5 Zeitabschnitte aufteilen.

Erstellen Sie basierend auf Ihren Überlegungen eine Liste mit dem Ziel, dem mutmaßlichen Bedarf und dem wahrscheinlichen Zeitpunkt der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran: Sie gehen zwar mit 65 in Rente, aber Sie brauchen dann nicht gleich Ihr ganzes Altersvermögen auf einen Schlag …).

Kleiner Finanzplan

Wenn Sie die Liste erstellt haben, teilen Sie Ihr heute vorhandenes Vermögen auf die einzelnen Ziele auf. Sollte das vorhandene Kapital noch nicht ausreichen, um alle Bedürfnisse abzudecken, müssen Sie natürlich gewisse Prioritäten setzen. Vermutlich macht es Sinn das Notwendige vor dem Wünschenswerten zu finanzieren.

Unabhängig, ob Sie diesen kleinen Finanzplan nur für den Aufbau einer ausgewogene Vermögensstrategie einsetzen oder nicht: Er wird Ihnen einen wertvollen Überblick über Ihre aktuelle und zukünftige finanzielle Situation geben und Sie vor unbedachten Investitionen warnen.

Besonders bei langfristig gebundenen Anlagen wichtig

Für alternative Anleger ist dieser Ausblick besonders wertvoll, weil viele der infrage kommenden Investments vom Prinzip her auf Dauer (>10 Jahre) ausgelegt sind und man nicht darauf vertrauen kann, bei Bedarf ohne Verlustrisiko auf die gebundenen Mittel zurückgreifen zu können. Bereits ein kleiner Finanzplan hilft also dabei, das Risiko Opfer eines von Enthusiasmus und Begeisterung getragenen Fehlentscheides zu werden.

Damit sie sich vorstellen können, wie das Ganze aussehen könnte, haben wir Ihnen hier ein kleines Beispiel vorbereitet.

Fristen entscheiden über Möglichkeiten

Wenn Sie diese Liste also erstellt und Ihr Vermögen entsprechend aufgeteilt haben, sehen Sie, dass wir verschiedene Fristigkeiten haben. Diese Fristigkeiten entscheiden über die möglichen Kapitalanlagen.

Tipp: Für alternative Anleger sind reservierte Vermögenswerte (inkl. Liquiditätsreserve) unter 5 Jahren von der Vermögensanlage ausgeschlossen. Kosten, Risiko und Ertragschancen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Auch jenes Kapital, das wir zwischen 5 und 10 Jahren für Anlagen zur Verfügung haben, wird angesichts der aktuellen Marktlage kaum eine sinnvolle Rendite abwerfen. Hier empfehlen wir, das verfügbare Kapital in eine Vermögensanlage zu stecken, welche grundsätzlich langfristig ausgerichtet ist, jedoch die Chance besitzt, in dieser Zeit ein positives Ergebnis zu erzielen. Dieses Kerninvestment dient dann (wahrscheinlich) nicht dazu die effektiven Ausgaben im mittelfristigen Bereich zu finanzieren, sondern sie abzusichern.

Kleine Finanzplanung für konservative Anleger

Ziele nicht erreichbar?

Nicht immer reicht das vorhandene Vermögen aus, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Auch darüber schafft ein (kleiner) Finanzplan Klarheit. Und das ist gut so.

Können die avisierten Ziele nicht erreicht werden, gibt es genau drei Möglichkeiten dies zu ändern:

Man passt die Ziele den Möglichkeiten an

Man sorgt dafür, dass mehr Vermögen aufgebaut wird (mehr sparen, Hinzuverdienst)

Man passt sein Anlageverhalten an und sorgt dafür, dass das Vermögen einen höheren Ertrag abwirft. Letzteres muss in vielen Fällen nicht einmal mit einem objektiv höheren Risiko erkauft werden

Wieviel Risiko sind Sie bereit zu nehmen?

Wieviel Risiko sind alternative Anleger bereit zu nehmen? Und überhaupt: Wie soll dieses Risiko definiert werden?

Wie bereits erwähnt, sind alternative Anleger nicht automatisch eine einheitliche Risikogruppe und sind schon gar nicht durch eine wie auch immer umschriebene Risikoaffinität zu umschreiben. Ob sie bereit sind Risiken zu tragen oder Verluste zu akzeptieren, hängt nicht von der moralischen Grundeinstellung ab, sondern von der individuellen finanziellen Basis und der emotionalen Belastbarkeit. In diesen Punkten unterscheiden sie sich nicht von anderen Anlegergruppen. Einzig die Einsicht, dass gewisse Projekte auch dann als Erfolg zu werten sind, wenn damit kein wirtschaftlicher Gewinn verbunden ist, kann in einzelnen Fällen als Besonderheit gesehen werden.

Wenn Sie sich als alternativer Anleger für die Aspekte des Anlagerisikos interessieren, sollten Sie sich diese Informationen direkt aus dem Bereich abrufen, welchem Sie sich im Grunde zugehörig fühlen:

konservative Anleger
ausgewogene Anleger
offensive Anleger

Erben & Schenken

Ist Ihnen Erben und Schenken wichtig? Etwa, weil Sie in einer staatlich nicht sanktionierten Lebenspartnerschaft leben? Dann sollten Sie die Gelegenheit nutzen die Vermögensplanung gleich mit diesem Ziel zu verknüpfen. Hier bieten sich Möglichkeiten, welche sie in den anderen Bereichen nicht wesentlich einschränken – vorausgesetzt, man setzt das Thema konsequent um. Dazu ist es aber notwendig, die Berater darüber zu informieren!

Brauchen alternative Anleger überhaupt Beratung?

Wenn Sie die Grundlagen erarbeitet haben, können Sie sich überlegen, wie die Bewirtschaftung Ihres Vermögens erfolgen soll. Machen Sie die Vermögensverwaltung selber oder macht es Sinn Hilfe beizuziehen. Worauf sollten Sie achten, wenn Sie einen Berater oder eine Beraterin beiziehen?

Reicht das Knowhow?

Der wichtigste Faktor bei der Vermögensverwaltung ist das Wissen, was zu tun ist. Sind Sie dazu selber in der Lage? Verfügen Sie über das notwendige Wissen, den Kapitalmarkt und seine Möglichkeiten zu nutzen, einzuschätzen und zu überwachen?

Hand aufs Herz: Es ist möglich, dass Sie dazu in der Lage sind. Die meisten Anleger sind jedoch mit dieser Aufgabe überfordert. Zahlreiche Studien zeigen, dass die große Mehrheit der Deutschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung und ihres sozialen Status selbst im Bereich des Basiswissens große Lücken aufweist. Das ist keine Schande. Aber es ist dumm, wenn man sich diesbezüglich etwas vormacht.

Es ist kein Zufall, dass die Opfer der meisten Anlagebetrüger eine akademische Ausbildung genossen haben: Eitle und selbstgefällige Menschen sind schon seit jeher die dankbarsten Opfer für Betrüger.

Wer in die Kategorie „alternative Anleger“ fällt, sollte es sich eine angemessene Beratung leisten können. Es kann kein Zufall sein, wenn sich reiche Menschen mit Beratern umgeben…

Die Gründe einen Berater beizuziehen

Es gibt im Kern sechs Gründe, weshalb offensive Anleger auf die Hilfe von einer Beraterin oder einem Berater zurückgreifen sollten:

•  Ihnen fehlt der Gesamtüberblick

•  Es mangelt an eigenen Fach- und Sachkenntnissen

•  Es fehlt die notwendige Erfahrung, um den Markt und die Risiken einschätzen zu können

•  Es mangelt am notwendigen Überblick über die Möglichkeiten des Marktes

•  Emotionalität ist ein Risikofaktor

•  Fehlende Zeit

Der Beweggrund für den Beratungsbedarf (oder welche Kombination) entscheidet darüber, welche Form von Beratung / Berater für Ihr Bedürfnis passt.

Wann ist Betreuung sinnvoll?

Eigentlich immer, wenn eine der obigen Punkte auf Sie zutrifft. Aus der Praxis gesprochen: In den allermeisten Fällen ist zumindest eine Finanzplanung ein wichtiger Erfolgsfaktor, den Sie nicht missen sollten.

Welche Beratung ist die richtige (für Sie)

Alternative Anleger müssen besonders darauf achten, dass Ihr Portfolio nicht zu einem Panoptikum grüner, sozialer oder ethischer Kapitalanlagen verkommt. Auch wenn Sie gewisse Ziele mit Ihrem Vermögen verfolgen, sollte die Summe aller grüner Anlagen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Und damit ist wiederum nicht die moralische Ästhetik gemeint, sondern die Belastbarkeit der Vermögensanlagen im Falle von Turbulenzen an den Börsen, dem Ausfall einzelner Titel oder der unvorhergesehene Liquiditätsbedarf des Privatanlegers.

Sollte es Ihnen nicht absolut egal sein, was mit Ihren Wertpapieren und Anlagen geschieht, sollten sie darauf achten, dass die vorgesehene Anlagedauer mit Ihren persönlichen Zielen übereinstimmt. Das individuelle, also das persönliche Risiko überraschend in Geldnot zu geraten, ist ein relevanter Risikofaktor Geld zu verlieren. Stimmen Sie deshalb Ihr Portfolio immer mit Ihrem kleinen Finanzplan bzw. ihrer fundierten Finanzplanung ab.

Tipp: Auch die Vermögensverwaltung von alternativen Anlegern sollte auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Aus diesem Grunde gilt: keine Vermögensanlage ohne Abgleich mit ihrem kleinen Finanzplan.

Eine solche Asset Allocation (Auswahl und Gewichtung der passenden Kapitalanlagen) kann man durch einen reinen Vermögensberater vornehmen lassen. Dieser sollte in der Lage sein, ein – im Sinne der Risikostruktur – ausgewogenes Portfolio zusammenzustellen. Alternative Anleger legen bei der Wahl ihres Vermögensberaters natürlich ein besonders Augenmerk auf dessen Kompetenz im Bereich der nachhaltigen Vermögensanlagen.

Wenn schon, denn schon: die professionelle Finanzplanung

Stellt sich die Kosten/Nutzen Frage: Wenn Sie bereit sind, Zeit und Geld für Ihre Planung zu investieren, weshalb machen Sie es dann nicht gleich richtig und wenden sich an einen ausgewiesenen Finanzplaner (Financial Consultant, Financial Planning)?

Eine professionelle Finanzplanung ist eine weitaus fundiertere Grundlage. Sie schafft Struktur, erkennt persönliche Risiken und sorgt dafür, dass die Anlagen viel gezielter und effektiver eingesetzt werden können. Sie sichert Sie mit anderen Worten ab. Darüber hinaus werden auch andere Themen (Erben und Schenken, Ruhestandsplanung, Investitionsplanung, etc.), die nicht direkt mit der Vermögensverwaltung verbunden sind, erfasst und abgearbeitet.

Wer soll Sie beraten?

Die Umsetzung der Vermögensverwaltung kann wiederum durch den Finanzplaner oder alternativ durch einen reinen Vermögensberater erfolgten. Bei beiden Beratergruppen ist auf die fachliche Kompetenz (in Bezug auf die Kenntnisse im Bereich von green money) zu achten. Eine weitere Option wäre, das zu investierende Kapital einer Vermögensverwaltung zu übertragen. Wobei: wenn nicht hier nicht nur darauf achten muss, ob man das Mindestanlagevolumen erreicht (welches für die Rentabilität der Geschäftsbeziehung beider Parteien wichtig ist). Es dürfte darüber hinaus wahrscheinlich nicht einfach sein, einen passenden Vermögensverwalter überhaupt zu finden.

Tipp: Aufgrund der speziellen Anlagebedingungen bei nachhaltigen Investments ist im Sinne einer Risikostreuung und einer Sicherung der eigenen Liquidität im Bedarfsfall, eine kollektive Vermögensverwaltung (Fonds) wohl die geeignetere Lösung, als der Kauf von Einzeltiteln durch einen auf grüne Anlagen spezialisierten Vermögensverwalter.

Alternativ zu den Vermögensverwaltern könnten Sie auch die Dienste einer auf Honorarberatung spezialisierten Bank in Anspruch nehmen. Solche Banken bieten meist breite Beratungsangebote an, wie reine Vermögensverwalter. Ob solche Honorarberatungen auch ihre moralischen und ethischen Anforderungen erfüllen, muss im Einzelfall abgeklärt werden.

Geschäftbanken sind keine Alternative für alternative Anleger

Als No-Go betrachten wir bei alternativen Anlegern die sogenannte Vermögensberatung einer klassischen Bank. Neben unseren Vorbehalten gegenüber provisionsgetriebener „Umsonst-Beratung“ durch die Geschäftsbanken sehen wir hier einen ganz besonderen Widerspruch: Wer mit einem hohen moralischen, sozialen und ethischen Anspruch anlegen will, sollte sich nicht eines Systems bedienen, welche genau diese Werte karikiert. Banken aller Schattierungen finanzieren genau die Art von Wirtschaft, welche alternative Anleger mit ihren nachhaltigen Investments einen Riegel schieben wollen. Man schickt die Mafia ja auch nicht zur Bekämpfung der Korruption in bankrotte Südstaaten …

Was darf die Beratung kosten?

Falsche Frage. Richtig wäre zu fragen, wieviel Ihnen eine Beratung bringt. Daran sollten Sie messen, ob sie den Preis wert ist. Ist der Nutzen hoch, darf auch der Preis hoch sein.

Würden Sie auf einen Vorteil von 20.000 € verzichten, nur, weil die Beratung 5.000 € kostet?

Fragen Sie also den Berater mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben und welchen Vorteil Ihnen dadurch erwächst. Wenn das Verhältnis stimmt können Sie das Gespräch fortsetzen. Wenn keine glaubwürdige Antwort kommt, macht es wahrscheinlich keinen Sinn.

Gute Berater sehen übrigens schnell, ob sich eine Beratung für beide Seiten lohnt und teilen Ihnen das auch mehr oder minder direkt mit.

Vollmachten

Bei den Vollmachten gelten dieselben Regeln, wie bei anderen Anlegergruppen auch. Alternative Anleger haben hier keine besonderen Aspekte zu beachten: Vollmachten dienen einfach dazu schneller zu reagieren und Fehlentwicklungen zu stoppen, wenn man der Anleger selber dazu aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage ist.

Warum ist eine Vollmacht sinnvoll?

Die Zeiten ändern sich. Das gilt auch oder gerade auch im Finanzbereich. Seit die Notenbanken scheinbar natürliche Marktgesetze außer Kraft gesetzt haben, Computer Geschäfte automatisch und in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit abwickeln, Geld im Überfluss vorhanden und noch mehr Geld, das einzig erstrebenswerte darstellt, haben nicht nur die extremen Ausschläge an den Börsen zugenommen, sondern auch deren Häufigkeit.

Nach wie vor ist es aber einfacher Verluste zu minimieren, wie entstandene Verluste wieder zu korrigieren. Deshalb muss bei einer individuellen Vermögensverwaltung jederzeit gewährleistet sein, dass man reagieren kann. Und wenn man nicht reagieren kann, dann sollte das jemand anderes tun können. Und zwar schnell.

Wann ist eine Vollmacht zu vergeben?

Für ausgewogene (und wir unterstellen, dass die Allermeisten der altnativen Anleger eigentlich ausgwogen denken) Kapitalanleger ist eine allgemeine Verwaltungsvollmacht nicht sinnvoll. Sie verleitet die Berater dazu, ohne Rücksprache mit dem Kunden das Portfolio zu drehen. Umschichtungen sind aber in den meisten Fällen lediglich Kostentreiber und bringen dem ausgewogenen Anleger keinen Vorteil.

Kollektive Vermögensverwaltung – Vollmacht inklusive

Auch dies ist ein Grund, weshalb wir alternativen Anlegern empfehlen, eine kollektive Vermögensverwaltung einzurichten. Hier wird für eine große Zahl von Anleger das Vermögen verwaltet. Das Management wird für die Performance bezahlt und nicht für die Umsätze. Hier ist die Vollmacht zum Handeln also bereits vergeben.

Wir entgegen unserer Empfehlung das Portfolio durch einen Vermögensverwalter individuell betreut, so ist durch eine Vollmacht sicherzustellen, dass der Vermögensverwalter im Notfall reagieren kann. Vereinbaren Sie aber in diesem Fall vertraglich, dass solche Umschichtungen wirklich nur zur Sicherung des Vermögens automatisch vorgenommen werden dürfen und alle anderen Entscheide nur nach Absprache.

Sicherheit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seine Vermögen gegen Verluste abzusichern. Nicht jede ist sinnvoll, nicht jede wirkt wie gewünscht und nicht jede ist notwendig. Manchmal bedeutet der Versuch Sicherheit zu gewinnen sogar, dass man alles noch schlimmer macht.

Generell gilt, dass die höchste Sicherheit erreicht wird, wenn man seine Vermögensanlage mit Bedacht und Verstand wählt. Dazu gehört die geeignete Planung. Dazu gehört die intensive Prüfung der Anlage. Dazu gehört, dass man den Markt kennt und in die richtige Produktkategorie wählt.

Nachfolgend zeigen wir die geeigneten Sicherheitsmaßnahmen für alternative Anleger.

Was brauche ich an Sicherheit?

Sicherheit kostet Geld. Immer! Deshalb ist es wichtig, dass man sich ganz genau überlegt, welche Sicherheitsstufe für das persönliche Wohlbefinden notwendig ist.

Am sinnvollsten ist, wenn man die Sicherheit nicht in Prozent pro Anlage definiert, sondern über das ganze Vermögen.

Beispiel: Wenn eine bestimmte Anlage nur 1 % eines Vermögens ausmacht, macht auch eine Wertschwankung von 50 % niemandem Weh. Ein Kurssturz von 5 % einer Anlage, die die Hälfte des Vermögens ausmacht, kann in einem ausgewogenen Portfolio aber schon zu viel sein.

Keep it simple

Die einfachste Sicherung ist absolut kostenlos und vermeidet viele, teure Missverständnisse: Investieren Sie nur in Kapitalanlagen, welche Sie verstehen. Lassen Sie die Finger vor unübersichtlichen Konstruktionen. Gehen Sie niemals davon aus, dass die zuständigen Fachleute diese Konstruktionen besser verstehen wie Sie. Schon gar nicht Ihr Bankberater.

Halten Sie Ihre Vermögensanlagen einfach und verständlich. Je einfacher, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch die sogenannten Experten den Überblick behalten.

Risikostreuung

“Lege nicht alle Eier ins selbe Nest”, ist eine Sicherungsmaßnahme, welche ebenfalls nichts oder kaum etwas kostet. Ausfälle kann es immer geben – auch bei ausgewogenen Wertanlagen. Wenn man das Risiko aber verteilt hat, ist man immer nur von einem Teilausfall betroffen. Diese Weisheit gilt übrigens auch bei Bankguthaben – falls das Vermögen die gesicherten Höchstbeträge überschreitet.

Man kann es mit der Risikostreuung aber auch übertreiben. Wer zu viele Positionen hält, verliert den Überblick und kann ggf. nicht rechtzeitig handeln. Gerade ausgewogene/alternative Anleger sollten übersichtlich gestaltet sein, damit man den Überblick hat und die Balance zwischen Risiko und Ertrag halten kann.

Risikostreuung kann auch zu einer scheinbaren Sicherheit führen. So macht es keinen Sinn, das Risiko auf mehrere Anlagefonds zu verteilen, wenn diese dasselbe Anlagespektrum abdecken … Wenn der Markt aus irgendeinem Grunde abschmiert, wären dann trotz vermeintlicher Risikostreuung alle gleich betroffen.

Trügerische Sicherheit: Zertifikate

Zugegeben, nachhaltige Zertifikate, sind ein Widerspruch in sich, weil sie weder einen eigenen Wert repräsentieren, noch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind (die meisten Zertifikate laufen nur eine relativ kurze Zeit). Weil aber ein Portfolio eines alternativen Anleger nicht zwingend immer nur alternative Anlagen und green money beinhalten muss, wollen wir diesen Punkt hier trotzdem behandeln.

Zertifikate sind in Zeiten tiefer Zinsen eine scheinbar attraktive Alternative zu ausgewogenen Anlagen. Meist bieten diese Wertpapiere ein beschränktes Gewinnpotential (z. B. 8 %), aber ein unbeschränktes Verlustrisiko. Doch selbst wenn sie eine Verlustgarantie verbrieft haben, sind Zertifikate eine unsichere Wette.

Ist die Finanzwelt lernfähig? Eigentlich nicht.

Eigentlich dachten wir, nach der Lehmann Pleite und der anschließenden Finanzkrise sei dem Hintersten und Letzten klar geworden, dass Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind, welche jeden Wert verlieren, wenn der Emittent Pleite geht.

Prozesse wurden geführt, viele Banken (auch Sparkassen …) mussten Entschädigungen zahlen, weil sie falsch beraten haben und die Anleger sich darum fälschlich in Sicherheit gewiegt haben. Hat nichts genützt: Der Zertifikatshandel blüht wie eh und je. Wahnsinn.

Zertifikate sind komplex – Komplexität bedeutet unkalkulierbare Risiken

Zertifikate sind nur an der Oberfläche einfach und verständlich. Im Hintergrund wirken finanzmathematische Prozesse, die Sie nicht verstehen können. Hinter den mathematischen Formeln verbergen sich komplexe Risikostrukturen, welche im Ernstfall niemand in ihrer Fülle verstehen kann, weil die oft über viele Stufen miteinander verbundenen Abhängigkeiten nicht überschaubar sind.

Zertifikate gehören deshalb nicht in Ihr Portfolio. Punkt!

Tipp: Sollte es Ihnen als Anleger mit moralischem Anspruch in Bezug auf Ihre Kapitalanlagen noch nicht klar genug sein, wollen wir unsere Warnung hier noch einmal unterstreichen. Zertifikate haben nicht mit der realen Welt zu tun, sondern sind virtuelle Kunstprodukte, welche nur dem einen Zweck dienen: Geld zu machen. Das ist ökonomisch ohne Nutzen und moralisch einfach nur verwerflich. Zertifikate gehören deshalb nicht in die Vermögensverwaltung von Menschen, die Wert auf Moral, Ethik und Nachhaltigkeit legen.

Garantien / Garantieprodukte

Die wenigsten alternativen Anleger verlieren gerne Geld. Entsprechend beliebt sind denn auch bei ihnen Garantien aller Art. Leider verstehen die Anleger meistens nicht, welche Garantie sie eigentlich erworben haben und sind dann enttäuscht, wenn sie im Ernstfall trotz Garantie auf Verlusten sitzen.

Wie werthaltig ist die versprochene Garantie?

Es ist wichtig zu wissen, dass niemand bereit ist Ihnen Ihr Risiko abzunehmen – außer Sie bezahlen ihn dafür. Garantien kosten also immer Geld. Ob sie das Geld wert ist, muss darum ebenso seriös geprüft werden, wie das Anlagemodell, welches hinter der Kapitalanlage steht. Leider verschwenden viele Bank-, Finanz- und Vermögensberater meist keine Zeit damit, die angepriesenen Garantien zu hinterfragen, sie zu erklären und ihre Risiken zu erläutern. Das ist schade.

Sie müssen auf Informationen bestehen!

Bestehen Sie darauf! Lassen Sie sehr genau erklären, wie der Garantiemechanismus, den man Ihnen anbietet, im Bedarfsfall funktioniert. Wenn Ihnen die Antwort nicht plausibel erscheint oder Sie feststellen, dass Ihr Berater oder Verkäufer nicht 100 % sicher ist, lassen sie die Finger davon. Sie tun sich einen großen Gefallen, wenn Sie bei Garantien grundsätzlich davon ausgehen, dass sie nichts wert sind, und zwar so lange, bis man Ihnen das Gegenteil beweist.

Leider handelt die Mehrheit der Privatanleger aber genau umgekehrt, wenn sie mit dem Wort „Garantie“ konfrontiert werden.

Versicherungsgarantien

Es gibt grob drei Formen von Garantien von Versicherungsprodukten

•  Die klassische Garantie einer deutschen Lebensversicherung, welche durch einen Deckungsstock dargestellt wird.

•  Konzeptionelle Garantien, bei denen eine Vermögensanlage so konstruiert ist, dass sie Sicherungsmechanismen beinhaltet.

•  Garantien, welche im Prinzip wie eine Schadenversicherung funktionieren und für welche Sie eine Risikoprämie zu zahlen haben.

Klassische Lebensversicherungen

Die klassische deutsche Lebensversicherung hat über viele Jahrzehnte bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Garantien, Kraft gesetzlich verankerten Anlagevorschriften, einzuhalten. Diese Garantien gelten weiterhin, auch wenn sie subjektiv betrachtet weniger attraktiv sind wie früher. Der Preis für diese Garantie besteht in einer tieferen Rendite. Jetzt, da die Zinsen von konservativen Kapitalanlagen nahe oder bei null liegen, wird das natürlich zum Problem. Trotzdem sind klassische Lebensversicherungen weiterhin eine der sichersten Anlageprodukte, die der Markt zu bieten hat, und rechnen sich je nach Laufzeit auch dank den damit verbundenen Steuervorteilen mehr als die meisten üblichen Anlagealternativen.

Fondspolicen

Fondspolicen haben oft einen Sicherungsmechanismus, welcher dafür sorgt, dass in Krisenzeiten das Kapital so strukturiert wird, dass das garantierte Kapital auf jeden Fall gesichert ist. Leider führt das in der Regel dazu, dass die Anlagen im Krisenfall in einen sogenannten Zustand fallen, wo das Geld nicht mehr angelegt werden kann, sondern zur Sicherung der Garantie quasi in bar gehalten wird. Diese Produkte sind zu teuer, für das, was sie bieten. Ihre Kostenstruktur ist derart ungünstig, dass trotz Garantie am Ende meistens ein Verlust steht. Das ist ärgerlich. Nicht wegen des Verlustes an sich, sondern wegen der großartigen (nicht garantierten) Versprechungen, welche beim Vertrieb dieser Produkte gemacht werden. Finger weg!

Variable Annuities

Inzwischen gibt es eine Reihe von Produkten, welche unter dem Begriff „Variable Annuities“ laufen und vor allem im angelsächsischen Raum und in Japan sehr beliebt sind. Hier wird nur eine Garantie auf den Ablauf gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt können sehr wohl Verluste auftreten. Diese Garantie funktioniert wie eine Risikoversicherung, für welche der Anleger eine Prämie bezahlen muss. Der Vorteil: egal was passiert, das versprochene Ziel wird erreicht. Weil jedoch das Kapital nach einem schweren Kurssturz nicht blockiert wird, kann sich der Wert danach wieder erholen, und wie sich wie eine normale Kapitalanlage entwickeln.

Verlustbegrenzung mit Stop Loss Mechanismen

Sicherheit bietet auch ein mechanisches Sicherungssystem, welches sie im Rahmen Ihrer Depotverwaltung nutzen können: der sogenannte Stopp Loss.

Mit einem Stopp Loss setzen Sie eine fixe Marke, welche den Verlust Ihrer Anlage durch den Verkauf der Werte ab einer bestimmten unteren Preisschwelle. Wird ein Stopp Loss zum Beispiel bei einem Kurs von 100 festgelegt, wird die Anlage automatisch verkauft, wenn der Marktpreis unter diesen Wert fällt. Die Frage ist zu welchem Preis.

Wenn Sie einen Stopp Loss setzen und dieser unterschritten wird, geht die Anlage bestens (zum besten Angebot nach Verkaufsfreigabe) in den Verkauf und wird liquidiert, sobald jemand einen Preis dafür bietet. Dieser Preis liegt nicht etwa fix bei 100, sondern kann je nach Marktlage deutlich tiefer sein. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn irgendein Verrückter sein Flugzeug ins Weiße Haus steuert. In solchen Fällen sinken die Preise innert Sekunden massiv. Es gibt immer irgendwelche Leichenfledderer, welche nur auf diesen Moment warten und für diesen Zweck extrem tiefe Kaufangebote eingestellt haben. Je kleiner der Markt eines Wertpapiers ist, desto größer die Gefahr, dass eine solche Schnäppchenjagt erfolgreich sein kann.

Ein Airbag für Kursstürze: Stopp Loss Limit

Mit einem sogenannte Stopp Loss Limit, kann dieses Unglück verhindert werden. Zwar wird auch hier das Teil in den Verkauf gegen, wenn ein unteres Limit unterschritten wird, gleichzeitig wird aber auch ein Mindestverkaufspreis festgelegt. Ein Verkauf tief unter Wert ist dann also nicht mehr möglich. Allerdings kann das auch dazu führen, dass der Verkauf nicht ausgelöst wird und der Sicherungsmechanismus versagt.

Noch einmal: Für Anlagen, welche nicht ein relativ hohes Handelsvolumen aufweisen, ist diese Form der Sicherung nicht geeignet.

Ebenfalls nicht geeignet ist ein Stopp Loss für Optionen, weil es hier regelmäßig zu hohen Wertschwankungen kommt.

Passende Kapitalanlagen

Der Markt für alternative Kapitalanlagen (wir werfen hier einmal alles zusammen, was das Etikett nachhaltig, ethisch, ökologisch, sozial, etc. trägt in einen Topf), inzwischen ein Billionengeschäft. Groß genug, um darin die eine oder andere passende Perle zu finden.

Wobei ein Etikett bekanntlich noch nichts über den eigentlichen Inhalt verrät. Alleine die verwendete Begrifflichkeit von „Markt“ und „Geschäft“ geben einen Hinweis darauf, dass alternative Anleger mit einem fundamentalistischen Ansatz wohl eher nach der Nadel im Heuhaufen suchen müssen, wenn Sie sich auf den Gesamtmarkt stürzen wollten …

Wir wollen uns an dieser Stelle aber eher jener Gruppe von alternativen Anlegern widmen, deren Verständnis einer nachhaltigen Wirtschaft eher moderat ist. Will heißen: Diesen Privatanlegern geht es in erster Linie darum, mit ihrem Vermögen ihre persönliche Lebensgestaltung zu finanzieren und dabei, wenn immer möglich, aber nicht zwingend immer, moralisch oder ökologisch saubere Kapitalanlagen verwenden. Wenn ein Ziel durch das Angebot nicht erreicht werden kann, ist das zwar kein Grund deshalb nicht gleich alle persönlichen Ideale über Bord werfen, aber auch kein Anlass sich für das mutmaßliche Wohl der Allgemeinheit gänzlich zu opfern. Es gibt mit anderen Worten neben Schwarz und Weiß auch einige passende Grautöne in ihrem Anlageuniversum.

Alternative Anleger sind eigentlich keine konstante Risikogruppe. Aber irgendwie trotzdem…

Vermutlich gehen wir mit der Annahme nicht ganz fehl, dass alternative Anleger in ihrer großen, wenn nicht sogar in ihrer überwiegenden Mehrheit der Risikogruppe der ausgewogenen Anleger zuzuordnen sind. Warum wir darauf kommen? Weil alternative Anleger nicht in Angst erstarrt sind, sondern etwas verändern wollen – selbst auf die Gefahr hin, dass sie am Ende einen Preis dafür zahlen müssen. Mit offensiven Anlegern verbindet sie wenig, denn einem alternativen Anleger geht es nicht (in erster Linie) ums Geld. Natürlich verweigern sich einem sinnvollen Ertrag und dem weiteren Ausbau des Vermögens: Aus irgendeinem Grunde sind sie ja in der Lage, Geld anzulegen … Aber alternative Anlegersind aber mehr am Prozess, als am Vermögensertrag interessiert.

Wenn also alternative Anleger in erster Linie einen ausgewogenen Anlagestil verfolgen, müssen wir keine grundsätzlich andere Anlagestrategie für sie entwerfen, sondern die bestehenden Ideen einfach auf deren Bedürfnisse anpassen.

Wie sehen die Grundinteressen von ausgewogenen Anleger denn aus?

Ausgewogene Anleger stellen Sicherheit vor Rendite, wollen aber trotzdem nicht auf eine angemessene Rendite verzichten. Ausgewogene Anleger arbeiten (leider) selten mit klaren Zielvorstellungen, weil ihnen die Vermögensverwaltung unter dem Strich nicht so wichtig ist. Sie freuen sich über einen Gewinn, d. h. einem Ertrag über dem Zins auf dem Tagesgeld, welcher ausreicht um nach Abzug von Geldentwertung, Steuern und Gebühren einen realen Zuwachs beim Vermögen zu erreichen. Aktuell dürfte damit die Zielgröße je nach individuellem Standpunkt zwischen 2 und 5 Prozent liegen. Was angesichts der tiefen Zinsen zwischen „kein Selbstläufer“ und „sportliche Größe“ liegt.

Die Grundstruktur beim Portfolio alternativer Anleger sieht wie folgt aus:

Kurzfristig verfügbares Kapital: Liquidität

Dieses Geld – und der Begriff Geld ist hier ganz bewusst gewählt – dient der Befriedigung des täglichen Bedarfs. Hier findet jener Teil des Vermögens Platz, welcher für in den nächsten 3 Jahren für Investitionen oder bei Rentnern, für den Ausgleich weggefallener Einkommensteile verplant ist (siehe kleiner Finanzplan / professionelle Finanzplanung).

Der Ertrag auf diesem Geld ist völlig irrelevant. Dass man aktuell hier keine Zinsen erhält ist also kein Problem. Problematisch wäre einzig, wenn man eine Ausgabe hat und diese nicht bezahlen kann, weil das Geld gebunden ist. Deshalb wird Liquidität immer nur so angelegt, dass man es möglichst bequem hat, wenn man Zugriff darauf nimmt. Es gibt inzwischen einige gute alternative Banken, welche auch im online Bereich ein passendes Angebot machen können.

Mittelfristige Kapitalanlagen: Reserve / Puffer

Vermögenswerte, welche für die kommenden drei bis zehn Jahre nicht gebraucht werden, liegen im Topf für mittelfristige Anlagen. Auch hier bedienen wir uns dem kleinen Finanzplan, bzw. noch besser einer weitaus fundierteren Finanzplanung und die notwendige Höhe der Anlagensumme zu bestimmen.

Traditionellerweise wird dieser Bereich durch Anleihen und andere festverzinsliche Anlagen dargestellt. Das dürfte aktuell sehr schwer werden, denn seit die Zinsen Tiefststände erreicht haben, ist hier kein Geld mehr zu verdienen. Da wir im mittelfristigen Bereich erfahrungsgemäß aber den größten Bedarf bei alternativen Anlegern sehen, müssen wir uns nach anderen Anlagemöglichkeiten umsehen, wollen wir zumindest den Wert des Vermögens mit mittelfristigem Anlagehorizont erhalten. Immerhin: Es gibt noch Möglichkeiten.

Langfristige Anlagen: Vermögenswachstum

Die langfristigen angelegten Vermögensanlagen haben die Aufgabe, den fehlenden Ertrag im kurz und langfristigen Bereich auszugleichen. Das ist bei alternativen Anlegern nicht ganz einfach, wenn wir hier strikte Anlagekriterien zugrunde legen. Aber kein k.o.-Kriterium.

Tipp: Langfristige Anlagen sind Investments, welche eine geplante Anlagedauer von mehr als zehn Jahren haben. Das bedeutet heutzutage aber nicht mehr, dass diese auch tatsächlich während zehn Jahren gehalten werden. Es ist heute wichtig, dass man Kapitalanlagen dauerhaft unter Beobachtung hat und sich davon trennt, wenn sich die Ausgangslage (Risiko, Kurs, bereits erzielter Gewinn, etc.) ändert.

Anlagevorschläge

Liquidität

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Mittelfristige Anlagen

Reserve / Puffer

Wie bereits oben ausgeführt, ist der Bereich der mittelfristigen Anlagen tot, weil es keinen Sinn macht sich zu binden, wenn man dafür keine Entschädigung bekommt. Der mittelfristige Bereich wird deshalb durch eine Art Pufferstrategie abgelöst. In dieser wird der mittelfristige Bereich aufgeteilt zwischen kurzfristiger Liquidität und relativ sicheren langfristigen Anlagen. Wir beschäftigen uns in dieser Darstellung auf das langfristige Pufferelement.

Langfristige Anlagen sind eigentlich für einen Anlagehorizont von >10 Jahre gedacht. Damit das Kapital bei Bedarf – also wenn der überdimensionierte Liquiditätsteil knapp wird – zur Verfügung steht, müssen Verlustrisiken, wie sie etwa durch Wertschwankungen auftreten können, möglichst klein gehalten werden.
Dieses Ziel erreichen wir mit einer kollektiven Vermögensverwaltung, welche in der Aufteilung ihres Vermögens möglichst freie Hand haben muss. Nur so ist es möglich, das Kapital aus einem von einem Kurssturz betroffenen oder gefährdeten Bereich vollständig zu sichern.

Viele Anlagefonds steht diese Möglichkeit zum Beispiel nicht offen, weil sie in ihren Regularien definiert haben, wie hoch der Aktien oder der Rententeil sein muss!

Variable Annuities: Eine Vermögensverwaltung mit Versicherungsschutz

Wir schlagen Ihnen vor als Kernelement Ihrer Vermögensverwaltung sich einer Vermögensanlage aus dem Bereich der vermögenssichernden „Variable Annuities“ (VA) zu bedienen. Bei VA Produkten werden die angelegten Vermögen durch eine Art Kasko-Versicherung vor Verlustrisiken geschützt.

Zwar ist der Schutz nicht durchgehend, sondern auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt, doch das stellt kein Problem dar: Damit eine Vermögensverwaltung überhaupt sinnvoll versicherbar ist, muss sie eine ausgeglichene Vermögensstrategie fahren. Also einen möglichst regelmäßigen Vermögensverlauf anstreben. Ganz in Ihrem Sinne also. Der Vermögenschutz auf das Ende der Laufzeit ist also ein Bonus, welcher dafür sorgt, dass Sie im allerschlimmsten Fall das zurück bekommen, was sie auch eingesetzt haben.

Nischenmärkte bieten Alternativen

Alternativ, als Ergänzung, gibt es auf dem Markt auch für alternative Anleger besonders geeignete und geschätzte Nischenprodukte, welche eine mehr oder minder frei von Wertschwankungen sind. Solche Anlagen können ausgesprochen attraktive Renditen erzielen. Trotzdem sind diese Anlagen als Kernanlage nicht geeignet, weil sie keine Risikostreuung erlauben und es immer wieder vorkommen kann, dass ein an sich erfolgreiches Modell über die Zeit einem schwarzen Schwan begegnet (einem unvorhersehbaren Ereignis, welches einen großen Schaden hinterlässt). Deshalb immer nur als Beimischung ins Portfolio nehmen.

Ein Vorteil der „Variable Annuities“ ist zudem, dass sie Steuervorteile bieten, da sich diese Anlagen in einem Versicherungsmantel befinden.

Aktien

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Das Fazit für alternative Anleger

Die Gruppe der alternativen Anleger wird nicht durch deren Risikoverhalten definiert, sondern durch Ihren Willen Kraft ihres Kapitals die Welt ein klein bisschen zu verändern. Oder zumindest die unweigerlichen Prozesse etwas aufzuhalten.

Es gibt allerdings starke Anzeichen dafür, dass das bewusste Anlegen nicht die einzige Gemeinsamkeit ist. Alternative Anleger sind im Schnitt eher wertkonservativ, gebildet, gehobener Mittelstand, tendenziell weiblich und stehen in Opposition zu dem spekulativen Geschäftsgebaren der Finanzwirtschaft. Ganz selbstlos in finanziellen Fragen sind sie allerdings auch nicht – wie wären sie sonst zu ihrem Vermögen gekommen? Daraus ergibt sich beinahe zwangsläufig, dass alternative Anleger mit den ausgewogenen Anlegern mehr als nur eine Schnittmenge bilden. Vermutlich sind sie – einige Ausreißer einmal außen vor gelassen – eine Untermenge der ausgewogenen Anleger.

Ausgewogenes Portfolio neu denken

Ergo haben alternative Anleger dieselben Probleme wie die übrigen ausgewogenen Privatanleger: Sichere Kapitalanlagen mit einem auskömmlichen Zinsertrag sind Geschichte. Rendite lässt sich nur noch außerhalb der klassischen Zinswerte erzielen. Und dort wo noch Erträge möglich sind, müsste man eigentlich eine Mindestanlagedauer einhalten, welche 10 Jahre oder mehr beträgt.

Geht alles, wenn man auf die klassische Dreiteilung des Vermögens (kurz-, mittel-, langfristige Anlagen) verzichtet und stattdessen tendenzielle eine Zweiteilung (kurz- und langfristig) vornimmt. Die genaue Aufteilung der beiden Bereiche ist natürlich abhängig vom individuellen Finanzplan der Anleger.

Schwankungsarmes Kerninvestment

Bei den langfristigen Anlagen ist darauf zu achten, dass der Großteil davon in ein stabiles, also schwankungsarmes Kerninvestment investiert wird. Reine Aktieninvestments sind hierfür natürlich nicht geeignet. Alternative Anleger sollten für diesen Zweck auf jeden Fall eine kollektive Vermögensverwaltung ohne Einschränkung bezüglich der Anlageklassen wählen. Ein uneingeschränktes Anlageuniversum ist wichtig, um das Ausmaß der Schwankungen in Grenzen zu halten. Als weitere Möglichkeit der Absicherung sollten alternative Anleger sogenannte „Variable Annuities“ in Betracht ziehen. Hier wird nicht nur das eingesetzte Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt hin abgesichert, die ganze Anlage ist darauf ausgerichtet, eine möglichst regelmäßige Wertentwicklung abzubilden.

Klassische alternative Anlagen nur in der Nische

Mit dem überschüssigen Kapital können alternative Anleger entweder in Sustainability Fonds oder in diverse Nischenbereiche ihrer Wahl investieren. Entsprechende Angebote gibt es viele – die Frage ist lediglich, wie seriös und sicher diese sind. Besonders für Beteiligungen gilt, dass gerade als Laie keine verlässliche Prognose über das tatsächliche Risikoprofil solcher Anlagen gemacht werden kann, da diese Unternehmen viel zu klein sind, um von externen Analysten auf Herz und Niere geprüft zu werden. Und auch dann wären Störfälle (Betrug, wirtschaftliches Scheitern, falsche Berechnungsbasis, unerwartete Marktentwicklungen, Knowhow Verlust durch Personalwechsel, etc.) kaum vorauszusagen. Entsprechend wichtig ist, dass die Einzelinvestitionen begrenzt und das Risiko gestreut wird.

Wie erreichen alternative Anleger ihr Ziel am sichersten?

Stellt sich die Frage, ob alternative Anleger ihre Ziele nicht besser erreichen können, wenn Sie den Großteil Ihres Vermögens vergleichsweise konventionell anlegen, um mit dem verbleibenden Teil geeignete Projekte direkt zu unterstützen (Spenden, zinslose Darlehen, etc.). Vermutlich wäre dann allen Beteiligten am Ende besser geholfen.